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Fehlalarm auf Hawaii
Mitarbeiter glaubte wirklich an Raketenangriff

Diese Nachricht verschickte der Katastrophenschutz am 13. Januar versehentlich an zahlreiche Menschen.
Diese Nachricht verschickte der Katastrophenschutz am 13. Januar versehentlich an zahlreiche Menschen. FOTO: Tulsi Gabbard/rtr
Knapp zwei Wochen nach dem Raketen-Fehlalarm im US-Bundesstaat Hawaii sind personelle Konsequenzen gezogen worden. Der Leiter des Katastrophenschutzes ist am Dienstag zurückgetreten. Bereits am Freitag war der Mitarbeiter entlassen worden, der den Fehlalarm ausgelöst hatte.

Der Mitarbeiter, der die Bevölkerung auf Hawaii mit dem Fehlalarm in Angst versetzte, glaubte wirklich an einen Angriff. Das geht laut "Washington Post" aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht der US-Bundesbehörde FCC hervor. Der Katastrophenschutz zog inzwischen personelle Konsequenzen.

Der Chef des Katastrophenschutzes (HEMA), Vern Miyagi, übernahm die Verantwortung für den Vorfall vom 13. Januar und trat zurück, wie der Chef der Streitkräfte, Joe Logan, mitteilte. Bereits vor dem Wochenende sei der Mitarbeiter entlassen worden, der die Menschen in Hawaii durch seinen Raketen-Fehlalarm in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Der Mitarbeiter hatte eine automatische Nachricht auf alle in Hawaii aktivierten Handys geschickt, in der eindringlich vor einer ballistischen Rakete im Anflug gewarnt wurde. Viele Menschen suchten daraufhin in Panik Schutz. Es dauerte fast 40 Minuten, bis die Warnung zurückgenommen wurde.

Mitarbeiter glaubte an Angriff

Wie aus einem am Dienstag vorgelegten Untersuchungsbericht des staatlichen Kommunikationsausschusses FCC hervorgeht, erklärte der Mitarbeiter, die wiederholte Warnung, dass es sich um eine Übung handele, nicht gehört zu haben. Dem Bericht zufolge enthielt die Tonaufnahme, die den Mitarbeiter dazu veranlasste, den Alarm auszulösen, allerdings auch den Satz "Dies ist keine Übung".

Einem weiteren staatlichen Untersuchungsbericht zufolge war es nicht der erste Fehler des Mitarbeiters. Er sei schon seit zehn Jahren wegen schlechter Leistungen aufgefallen. "Er ist nicht in der Lage, die Situation zu erfassen, und hat Realität und Übungen schon bei zwei Gelegenheiten durcheinander gebracht", hieß es in dem Bericht.

Weiterer Mitarbeiter suspendiert

Den beiden Berichten zufolge führte eine Kombination aus Missverständnissen, unzureichenden Kontrollmechanismen und schlechter Computersoftware zu dem Fehlalarm. Wegen der Kommunikationsprobleme wurde auch ein dritter Mitarbeiter vom Dienst suspendiert, der für Sicherheitsinformationen für die Bevölkerung zuständig war.

In der Bevölkerung von Hawaii löste der Fehlalarm vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen mit Nordkorea Panik aus. Pjöngjang hatte Ende November nach dem Test einer ballistischen Rakete mit besonders großer Reichweite erklärt, seine Raketen könnten nun das gesamte US-Gebiet erreichen. Daraufhin hatte Hawaii im Dezember erstmals seit dem Ende des Kalten Kriegs Sirenen getestet, die vor einem Atomangriff warnen.

(se)