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Mindestens 336 Tote bei Hurrikan "Matthew" in Haiti

Miami/Port-au-Prince. "Matthew" verliert weiter an Stärke. Aber die Folgen des Hurrikans sind gravierend. An der Südostküste der USA kommt es weiter zu schweren Überschwemmungen. Haiti trauert um Hunderte Menschen. dpa/pb

Nach seinem verheerenden Zug durch Haiti und die Südostküste der USA entlang hat sich Hurrikan "Matthew" weiter abgeschwächt. Er wurde am Sonntag zu einem Wirbelsturm heruntergestuft. Laut Hurrikan-Zentrum NHC bewegte sich "Matthew" zuletzt gen Nordosten Richtung Atlantik. Der US-Bundesstaat North Carolina wurde aber weiter von heftigen Winden, Regenfällen und Überschwemmungen geplagt. Angesichts Hunderter Todesopfer rief Haiti eine mehrtägige Staatstrauer aus. Auch in den USA gab es Tote.

Zuvor hatte der Sturm in Florida, Georgia und South Carolina schwere Schäden durch Regen und Überschwemmungen angerichtet, die befürchtete Katastrophe war aber ausgeblieben. Bäume knickten um, Straßen waren unpassierbar. Mehr als zwei Millionen Haushalte waren zeitweise ohne Strom.

Am Samstag traf der Hurrikan in South Carolina erstmals direkt auf Land. Besonders schlimm erwischte es die traditionsreiche Stadt Charleston, die auch ein beliebtes Touristenziel ist. Hier hatten sich viele Straßen schon in Flüsse verwandelt, bevor "Matthew" an der Stadt vorbeischrammte. In Florida, wo der Sturm am Freitag gewütet hatte, begannen die Aufräumarbeiten.

Mindestens elf Menschen starben, davon jeweils drei in Georgia und South Carolina sowie fünf in Florida, wie die "New York Times" unter Berufung auf Behördenangaben berichtete. Insgesamt waren in den vier betroffenen Bundesstaaten mehr als zwei Millionen Menschen aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen - die umfassendste Zwangsevakuierung seit dem schweren Sturm "Sandy" 2012.

Das genaue Ausmaß der Sturmschäden in den USA ist bislang unklar. In Haiti kamen Hunderte von Menschen ums Leben. Die haitianische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Papst Franziskus sprache den Menschen im Katastrophengebiet sein Mitgefühl aus. Hilfsorganisationen haben Spendenkonten eingerichtet.

Zuvor hatte der Zivilschutz mitgeteilt, es seien mindestens 336 Menschen ums Leben gekommen.