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| 02:39 Uhr

Mehr Regen als Berlin verträgt

In Berlin stürzte am Dienstag ein unterspülter Baum auf ein Auto.
In Berlin stürzte am Dienstag ein unterspülter Baum auf ein Auto. FOTO: dpa
Cottbus/Berlin. Ein Blick in die Wetterstationen der Region zeigt am Dienstag schnell das ganze Dilemma des Regensommers 2017 auf. Cottbus-Merzdorf etwa brachte es am Montag und Dienstag auf 46 Liter pro Quadratmeter. bob/fh/dpa

Insgesamt fielen im Juli bereits 107 Liter in Cottbus, das Anderthalbfache der Julidurchschnitte der vergangenen 30 Jahre. Und der Monat ist ja noch nicht rum.

Andernorts in der Lausitz sieht es ähnlich aus. Bad Muskau brachte es am Montag auf 43,8 Liter Niederschlag, Doberlug-Kirchhain auf 11,6 Liter, Hoyerswerda auf 17,1 Liter, Lübben-Blumenfelde auf 22,2.

Verglichen damit war der Aufwand für die Feuerwehren in der Lausitz gering. Wettereinsätze gab es nur vereinzelt. In Wildau musste die Chausseestraße aufgrund einer Überschwemmung voll gesperrt werden. Am Dienstagmorgen war die Feuerwehr auch an der Zufahrt zum A10-Center im Niederschlags-Einsatz.

Ganz anders in Berlin: Der Dauerregen in der Nacht zum Dienstag hat Probleme auf manchen Strecken der Berliner U-Bahn verursacht. Am Dienstagmorgen konnte die U1 zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz nicht fahren. Die U3 war zwischen Spichernstraße und Nollendorfplatz unterbrochen. Die Berliner Feuerwehr meldete am Morgen rund ein Dutzend wetterbedingte Einsätze. Im Bezirk Neukölln stürzte ein mehr als 20 Meter hoher Baum um und begrub ein Auto unter sich. Menschen wurden nicht verletzt. Die Feuerwehr rückte mit einem Kran und Säge an.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach am Dienstag von "beeindruckenden Regenmengen", die seit Wochenbeginn bereits gefallen seien. Besonders im Süden Niedersachsens, im Umfeld des Harzes und in Nordthüringen wurden ungewöhnlich hohe Niederschlagswerte gemessen. Innerhalb von 24 Stunden fielen dort 60 bis 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Im niedersächsischen Alfeld fielen bis Dienstagnachmittag 115 Liter Regen pro Quadratmeter, den zweithöchsten Spitzenwert erreichte Artern in Thüringen mit 111 Liter Regen pro Quadratmeter, sagte ein DWD-Sprecher.

Vor allem in Südniedersachsen sowie im Harzumfeld von Sachsen-Anhalt stiegen die Pegel kleiner Flüsse und Bäche. So wurde in Niedersachsen an fünf Stellen die Meldestufe drei erreicht, in Sachsen-Anhalt sogar die vierte und höchste Meldestufe, sagte der DWD-Meteorologe Thore Hansen.

Im Norden Brandenburgs wurde an der Stepenitz eine Hochwasserwarnung ausgegeben, die erste Alarmstufe aber voraussichtlich nicht erreicht. Für die Lausitzer Flüsse lag hingegen keine Gefahr vor. Größere Flüsse profitierten ohnehin eher von dem Wetter. Beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Brandenburg/Havel hieß es, der Regen sei gut für die Schifffahrt.

Die Aussichten haben sich am Dienstag leicht gebessert. Wetterwarnungen vor erneutem Dauerregen in der Lausitz wurden am Dienstag zurückgezogen. Ab Mittwochmittag könnte es dennoch erneut regnen. Auch am Donnerstag soll's weiter schütten.