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Medizin-Nobelpreis geht an den Zellforscher Yoshinori Ohsumi

Stockholm. Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Japaner Yoshinori Ohsumi für die Entdeckung des Autophagie-Mechanismus. Dieser spielt bei der Zersetzung von Zellbestandteilen eine Rolle. dpa/hil

Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 830 000 Euro (acht Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Ohsumi "entdeckte und erforschte Mechanismen, die der Autophagie zugrunde liegen, hieß es vom Institut. "Dabei handelt es sich um einen grundsätzlichen Prozess, um Zellkomponenten abzubauen und zu recyceln." Das dient der Gesunderhaltung des Körpers. Ohsumi arbeitet am Institute of Technology in Tokio. Bescheiden und warmherzig - so beschreiben ihn Forscherkollegen. Der 71-Jährige stammt aus einem akademischen Umfeld und erarbeitete sich seinen Weg an die Spitze der Topforscher hart. "Er ist ein sehr offener, bescheidener und im persönlichen Umgang warmherziger Mensch, der ganz auf seine Wissenschaft konzentriert ist", sagt Tassula Proikas-Cezanne von der Universität Tübingen, die ihn von Fachkonferenzen kennt.

Seit 1901 haben 210 Menschen den Medizinnobelpreis erhalten, darunter zwölf Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie.