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Liebe zur Zeitung

Claus Peymann, derzeit Intendant des Berliner Ensembles, hat bis vor Kurzem zehn bis 15 Zeitungen am Tag gelesen. "Ich gehe in der Pyjamahose oder im Morgenmantel zum Briefkasten und hole mir die Zeitungen, und dann ziehe ich das durch. Wilfried Mommert

" Er sei "ein ausgesprochener Zeitungsmensch, das verbindet mich mit Thomas Bernhard", mit dem Peymann lange Jahre als sein "Hausautor" ("Heldenplatz") zusammengearbeitet hat. Der österreichische Dramatiker las seine Zeitungen vorwiegend in Cafés und fuhr auch mal Hunderte Kilometer umher, wenn er seine geliebte NZZ ("Neue Zürcher Zeitung") nicht am Ort bekam. Das alles und noch mehr über passionierte Zeitungsleser erfährt man in dem Buch-Essay "Der letzte Zeitungsleser". Das Büchlein ist eine nachgetragene Liebe zur gedruckten Zeitung von dem Journalisten Michael Angele, der einst Mit-Chefredakteur der ersten deutschen Internetzeitung (Netzeitung) war. Es ist ein liebevoll-melancholischer und auch amüsanter Nachruf.

Michael Angele: Der letzte Zeitungsleser. Galiani Berlin, 160 Seiten, 16 Euro