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| 18:16 Uhr

Palma/Lissabon
„Leslie“ tobt über Portugal

Halbierter Wald: Leslie hat bei Figueira da Foz in Portugal ganze Baumreihen abgeknickt.
Halbierter Wald: Leslie hat bei Figueira da Foz in Portugal ganze Baumreihen abgeknickt. FOTO: AFP / CARLOS COSTA
Palma/Lissabon. Der Herbst hält in Südwesteuropa mit schweren Unwettern und einem Tropensturm Einzug. dpa

Wenige Tage nach dem verheerenden Unwetter auf Mallorca hat ein heftiger Sturm Portugal heimgesucht. Der Hurrikan „Leslie“ war am Samstag vom Atlantik aus auf die Küste des Landes zugesteuert und war am späten Abend nördlich von Lissabon auf Land getroffen – jedoch in abgeschwächter Form, sodass er mittlerweile als tropischer Wirbelsturm eingestuft wird. Das spanische Wetteramt Aemet sprach von Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern.

Portugiesischen Medienberichten zufolge waren Hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom, zudem gab es mehrere Leichtverletzte. Schäden habe der Sturm vor allem nördlich von Lissabon rund um die Städte Coimbra und Leiria angerichtet, berichtete die Zeitung „Publico“. Dutzende Flüge wurden vorsorglich gestrichen, speziell auf dem Flughafen Lissabon. Im Laufe des Sonntags zog „Leslie“ nach Spanien in nördlicher Richtung weiter. Schwere Böen mit heftigem Regen wurden vor allem in den Regionen Extremadura und Kastilien und León erwartet, so das Fernsehen.

Im Osten von Mallorca suchten Einsatzkräfte fünf Tage nach dem verheerenden Unwetter weiter nach einem vermissten achtjährigen Jungen. Die Suche konzentriere sich nun auf das Meer, berichteten mallorquinische Medien. Der Sturzregen, der Straßen in reißende Flüsse verwandelt hatte, hatte mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet, darunter drei Deutsche. Eine Trauerfeier für die Opfer soll am Mittwochabend in Manacor stattfinden.

Zugleich haben die schlimmsten Überschwemmungen seit etwa 30 Jahren in Wales im Südwesten Großbritanniens mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Der Mann sei in der Ortschaft Cwmduad in Westwales bei einem Erdrutsch getötet worden, schrieb die für Umwelt zuständige Regierungsbehörde Natural Resources Wales am Sonntag auf Twitter.

Stürme sind am Wochenende mit schweren Regenfällen und Winden über einige Gebiete in Wales gezogen, wie Behörden und Medien berichteten. Mehrere Flüsse traten über die Ufer, ganze Ortschaften standen unter Wasser.

Indes ist die Lage nach dem Hurrikan „Michael“an der Südostküste der USA weiter dramatisch. Ortschaften liegen in Trümmern, Wasser und Nahrung fehlen, es soll Plünderungen geben. Die Zahl der Todesopfer hat am Sonntag weiter zugenommen, dem Fernsehender CNN zufolge kamen mindestens 18  Menschen durch den Sturm und seine Folgen ums Leben. Mehr als 400 000 Amerikaner mussten das Wochenende demnach ohne Strom verbringen. „Michael“ war am Mittwoch in der Nähe des Ortes Mexico Beach in Florida auf Land getroffen.

Neun Mitglieder einer Himalaya-Expedition sind bei einem Schneesturm im Westen Nepals ums Leben gekommen. Bergungskräfte hätten die Leichen der fünf Bergsteiger aus Südkorea und vier nepalesischen Bergführern am Sonntag aus Schluchten und auf Hängen des 7193 Meter hohen Gurja Himal geborgen, sagte der stellvertretende Leiter der Polizei im Bezirk Myagdi, Bahadur Budha. Der Sturm hatte ihr Zeltlager am Freitag auf 3500 Meter Höhe zerstört.