ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:12 Uhr

Kristina-Prozess: Angeklagter streitet ab

Berlin.. Mehr als ein Jahr nach dem Tod der Berliner Schülerin Kristina Hani, deren Leiche in einem ausgebrannten Koffer entdeckt wurde, hat ein 18-jähriger Angeklagter die Schuld von sich gewiesen.

Der Prozess gegen den staatenlosen Palästinenser begann gestern am Berliner Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da er zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Mord durch Unterlassen vor. Der Anwalt des Angeklagten, Richard Radtke, erklärte, „sein Mandant bestreitet die Vorwürfe energisch“ .
Die verkohlte Leiche der Gymnasiastin wurde am 16. April 2007 in einem Koffer von Jugendlichen in einer Grünanlage des Bezirks Neukölln gefunden. Der damals 17-Jährige soll Kristina in einer Wohnung in Berlin-Neukölln hochgradig reines Heroin gegeben haben, an dem sie starb. Um die Tat zu vertuschen, soll er die Leiche mit einem bislang unbekannten Komplizen in den Rollkoffer gezwängt, in den Park gebracht und dort verbrannt haben.
Kristinas Mutter will im Prozess erfahren, wie ihre Tochter starb. Die Beweislage ist schwierig. Es gibt keine Tatzeugen und keine DNA-Spuren von dem Araber. Die Anklage stützt sich auf Aussagen von früheren Mitgefangenen, gegenüber denen sich der 18-Jährige bezichtigt haben soll. Diese Aussagen seien aber sehr widersprüchlich, sagte der Verteidiger. Staatsanwalt Holger Freund vertraut dagegen auf Zeugen, die morgen vernommen werden sollen.
Es dauerte sieben Monate, bis die Spuren zu dem Tatverdächtigen führten. Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass die hübsche Gymnasiastin mit den langen schwarzen Haaren bei lebendigem Leibe verbrannte. Später wurde eine Überdosis Drogen als Todesursache ermittelt. Da die Schülerin nach Einnahme des Heroins nicht mehr hätte gerettet werden können, geht die Anklage von Mordversuch aus. (dpa/das)