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| 02:39 Uhr

Kreisreform als Aprilscherz

Berlin. Aprilscherze sind in den meisten westeuropäischen Ländern üblich. Auch in Brandenburg und Sachsen versuchen sich einige Einrichtungen an diesem Spaß. Auffällig in diesem Jahr: Die Brandenburger Kreisreform hat es den Witzbolden angetan. dpa/bob

"Brandenburgs Finanzminister ist offen für weitere Lausitzer Landkreise" - unter diesem Titel hat das Potsdamer Ministerium gestern eine Pressemitteilung mit Sperrfrist für den heutigen 1. April verschickt. Darin werden angebliche Initiativen aus Nordsachsen für eine Eingliederung nach Brandenburg begrüßt. "Es würde zusammenwachsen, was historisch und geografisch zusammengehört", heißt es in der Pressemitteilung. "Im Zuge der geplanten Verwaltungsstrukturreform" sei "eine Eingliederung von einzelnen Gemeinden oder gar Landkreisen verwaltungstechnisch besonders günstig".

Kurios: Auch im Havelland gibt die Kreisreform Anlass für einen Aprilscherz. Wie die Landratskandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Petra Budke, in einer Pressemitteilung verkündete, werde zurzeit in der Kreisverwaltung Havelland "intensiv über eine Verkleinerung des Kreisgebietes nach der Reform der rot-roten Landesregierung" diskutiert. Die Havel ziehe kaum Touristen an. Stattdessen würden sich Biber und Kraniche unkontrolliert vermehren und sogar Wölfe in die Region gelockt. Die Flusslandschaft solle deshalb ausgegliedert und gegebenenfalls Sachsen-Anhalt zugeschlagen werden

Sind solche Aprilscherze witzig? Die Mehrheit der Deutschen kann darüber offenbar herzlich lachen. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid finden immerhin 78 Prozent diese Scherze lustig. Nicht nur Freunde und Kollegen schicken sich gern in den April. Auch Zeitungen, Radio- und Fernsehsender flunkern am Tag der Scherze gern. Eine Auswahl vergangener Jahre:

Handyverbot für Fußgänger: Die "Neue Zürcher Zeitung" schickte ihre Leser 2015 mit einem Bericht über ein geplantes Handyverbot für Fußgänger in den April. Es gehe um Unfallvermeidung. Der Stadtrat wolle Handy-hersteller "analog zu den Warnungen auf Zigarettenpäckli" zu Hinweisen auf Displays verpflichten. Helmut-Schmidt-Galaxis: "Große Ehrung für Altbundeskanzler" Helmut Schmidt verkündete am 1. April 2012 die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung": Die Milchstraße werde in Schmidtstraße umbenannt. Die Abstimmung über die Umbenennung stehe auf der Tagesordnung der UN-Vollversammlung. Auf der Erde habe sich keine Straße gefunden, die Schmidts Intellekt angemessen sei, wurde UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zitiert.