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| 02:38 Uhr

Köln feiert unter Polizeischutz

Starke Polizeipräsenz am Kölner Dom.
Starke Polizeipräsenz am Kölner Dom. FOTO: dpa
Köln. Köln hat eine Silvesterparty unter Polizeischutz erlebt. Am Hauptbahnhof wurden erneut größere Gruppen nordafrikanischer Männer gesichtet und intensiv überprüft. Die Polizei berichtete von mehr Einsätzen als im Vorjahr in Nordrhein-Westfalen (NRW), aber deutlich weniger Gewalt. dpa/ik

Nach den massiven sexuellen Übergriffen vor einem Jahr scheint der Jahreswechsel in Köln und den anderen NRW-Städten dank eines Großaufgebots der Polizei deutlich friedlicher verlaufen zu sein.

Am Kölner Hauptbahnhof setzten Polizisten mehrere Hundert verdächtige Männer fest, vornehmlich nordafrikanischer Herkunft. Weitere 300 Personen wurden auf der anderen Rheinseite am Bahnhof Köln-Deutz aus einem Zug geholt und überprüft. Kurzfristig wurden zwei zusätzliche Hundertschaften Verstärkung angefordert.

Auch in Dortmund, Düsseldorf, Essen und Münster sichtete und beobachtete die Polizei Gruppen nordafrikanischer Männer. Dabei sei in mehreren Hundert Fällen die Identität der Männer festgestellt worden, teilte die Landespolizei in Duisburg mit. In der Silvesternacht vor einem Jahr hatte es in Köln und anderen Städten massenhaft sexuelle Übergriffe auf Frauen gegeben. Die Verdächtigen und Verurteilten waren überwiegend Nordafrikaner.

Nach den Geschehnissen vor einem Jahr hatten Stadt und Polizei bei der Sicherheit stark aufgerüstet. Die Domplatte war mit Absperrgittern gesichert, es gab Einlasskontrollen, Feuerwerk war verboten. Zudem gab es mehrere Straßensperren.

Die Kölner Polizei hat nach eigener Einschätzung "durch konsequentes Einschreiten" ähnliche Straftaten wie in der vorhergehenden Silvesternacht verhindert. "Wir hatten Personengruppen, die vergleichbar aggressiv waren", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies am Sonntag. Erneut seien mehrere Hundert junge Nordafrikaner nach Köln gereist.

Der große Unterschied zum Jahr davor sei gewesen, dass die Polizei diesmal konsequent eingeschritten sei.

Die Polizei war zunächst mit 1500 Beamten im Einsatz, forderte angesichts des großen Zulaufs aggressiver junger Männer jedoch noch einmal Verstärkung an, sodass sich die Zahl der Polizisten schließlich auf 1700 belief. Die Polizei sprach 190 Platzverweise aus und nahm 92 Personen in Gewahrsam. 27 Personen wurden vorläufig festgenommen. Es wurden zehn Sexualdelikte angezeigt, Vergewaltigungen waren nicht darunter.

Mathies verwahrte sich gegen den Vorwurf des "racial profiling", womit ein gezieltes polizeiliches Vorgehen nach ethnischen Gesichtspunkten bezeichnet wird. Es sei um das Verhalten dieser Männer gegangen, betonte er. "Der ganz überwiegende Teil war so, dass mit drohenden Straftaten zu rechnen war", sagte Mathies. Dies habe die Polizei verhindert. Im Übrigen seien auch Deutsche überprüft worden.

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In Berlin wollte man sich die Stimmung nicht vermiesen lassen.
In Berlin wollte man sich die Stimmung nicht vermiesen lassen. FOTO: dpa