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| 08:49 Uhr

Angriff auf Israelis in Berlin
Opfer von antisemitischer Attacke meldet sich zu Wort

Köln. Nach der jüngsten antisemitischen Attacke in Berlin hat sich nun eines der Opfer zu dem Vorfall geäußert. Der junge Mann war angegriffen und mit einem Gürtel geschlagen worden, weil er eine Kippa trug.

Nach der antisemitischen Attacke in Berlin hat sich nun eines der Opfer zu dem Vorfall geäußert. Der junge Mann war angegriffen und mit einem Gürtel geschlagen worden, weil er eine Kippa trug. Er selbst ist Israeli, aber kein Jude.

Die beiden 21 und 24 Jahre alten Männer trugen die traditionelle jüdische Kopfbedeckung, als sie am Dienstagabend in Prenzlauer Berg in Berlin unterwegs waren. Dann wurden sie angegriffen. Der 21-jährige Israeli filmte den Vorfall mit seinem Smartphone. Das ins Internet gestellte Video zeigt einen jüngeren Mann, der mehrfach mit einem Gürtel auf das Opfer einschlägt und "Jahudi" ruft (arabisch für Jude).

Der junge Mann namens Adam hat am Mittwochabend bei Stern TV über den Vorfall gesprochen. Der Vorfall habe ihn nicht nur körperlich mitgenommen, sagte er in der Sendung. "Das hat mich seelisch sehr mitgenommen. Die letze Nacht konnte ich nicht schlafen. Morgens bin ich mit Schmerzen aufgestanden."

Anders als zunächst berichtet wird, ist Adam, der seit drei Jahren aufgrund seines Studiums in Deutschland lebt, aber kein Jude - auch wenn er die Kippa trug. Der Deutschen Welle sagte er, er komme aus einer atheistischen Familie. Bei Stern TV betonte er aber: "Das Judentum ist sehr wichtig für mich. Ich bin in Israel geboren und aufgewachsen. Alle meine Freunde in Israel sind Juden, ich habe auch Verwandte, die Juden sind."

Die Kippa habe er erst vor wenigen Tagen von einem Freund in Israel geschenkt bekommen. Der habe ihm noch gesagt, es sei zu unsicher, sie in Deutschland zu tragen. "Damals habe ich noch gelacht und gesagt, dass das Quatsch ist", sagt der 21-Jährige. In einem Interview mit der Deutschen Welle sagte er, er habe eigentlich zeigen wollen, dass das Tragen der Kippa eben nicht gefährlich sei.

"Es war eine Erfahung, die Kippa zu tragen", sagte er in dem Interview. Das schlimmste an dem Vorfall sei allerdings gewesen, dass sich viele Menschen in seinem Umfeld aufgehalten hätten, ihm aber niemand zu Hilfe gekommen sei.

(das)