ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:32 Uhr

Kinderporno-Verdacht Limburg: Ermittlungen werden dauern

Stephan Schnelle (r.), Pressesprecher des Bistums Limburg, steht Medienvertretern in Limburg Rede und Antwort.
Stephan Schnelle (r.), Pressesprecher des Bistums Limburg, steht Medienvertretern in Limburg Rede und Antwort. FOTO: Thomas Frey/dpa
Limburg. Die Ermittlungen im Kinderporno-Verdachtsfall im Bistum Limburg dürften längere Zeit in Anspruch nehmen. Mit schnellen Ergebnissen sei nicht zu rechnen, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Badle, am Freitag. Die Ermittler müssten die sichergestellten Beweismittel auswerten, „das sind große Datenmengen“. Ein Mitarbeiter des Bistums wird beschuldigt, Kinderpornografie besessen zu haben. Er ist deshalb vom Dienst freigestellt. Die Ermittlungen führt die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), die bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt angesiedelt ist. Bei einer Durchsuchung am 1. Februar waren Datenträger sichergestellt worden. Christian Schultz/dpa

Ein Mitarbeiter vom Limburger Bistum steht im Verdacht, Kinderpornografie besessen zu haben. Der Mann wurde vom Dienst freigestellt, wie Bistumssprecher Stephan Schnelle am Donnerstag bekannt gegeben hat. In welcher Funktion der Verdächtige tätig war, sagte er nicht. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt teilte mit, es habe bei dem Mitarbeiter am 1. Februar eine Durchsuchung gegeben. Dabei stellten die Ermittler Datenträger sicher. "Das Bistum hat die Ermittlungen aktiv unterstützt", betonte die Behörde.

Das Bistum prüft überdies, ob es auch Missbrauchsopfer in der Diözese gibt. Der Mann hat früher auch mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet.

Er betonte, dass die Vorwürfe untersucht werden müssten. "Uns ist daran gelegen, dass das aufgeklärt wird, das ist das Allererste. Die Schlagzeile, die diese Verbindung herstellt, beunruhigt sehr." Er informierte den Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, den Trierer Bischof Stephan Ackermann. Schnelle wies darauf hin, dass die Unschuldsvermutung gelte. Der Mitarbeiter bleibe so lange freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt seien.

Zuerst hatte die "Frankfurter Neue Presse" (FNP) darüber berichtet. Dem Blatt zufolge wurden nach wochenlangen verdeckten Ermittlungen Büros sowie eine Wohnung in Limburg durchsucht. Dabei sei auf Rechnern und Speichermedien belastendes Material gefunden worden.

Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung, will noch keine Bilanz ziehen. Was der Verdachtsfall für den Neuanfang im Bistum bedeute, "ist für mich jetzt noch nicht abzusehen", sagt sie. Die Katholikenvertreterin appelliert aber, den Fall differenziert zu betrachten: "Ein Mitarbeiter steht unter Verdacht, nicht das Bistum Limburg." Daher sollten weder die Diözese noch die Kirche in Sippenhaft genommen werden. "Wir stehen im Vertrauen zu unserem Bistum und zu unserem Bischof."

2010 hatte ein Skandal um den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch vieler Kinder und Jugendlicher in Einrichtungen der katholischen Kirche ganz Deutschland erschüttert. Das Bistum Limburg war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten, unter anderem wegen der hohen Kosten für den neuen Bischofssitz. Der frühere Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war unter anderem deswegen im März 2014 abberufen worden. Seit September ist Georg Bätzing neuer Bischof. Er konnte bisher mit seiner bescheidenen Art punkten.

Bätzing betont, dem Bistum sei daran gelegen, dass die Vorwürfe gegen den Mitarbeiter aufgeklärt werden. "Es geht uns nicht ums Bistum und Ruhe oder Unruhe, sondern hier geht es darum, wenn da etwas dran ist, es aufzuklären und dann, wenn es strafbar ist, muss es bestraft werden."