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Kinderleichen bei Hamburg entdeckt

Wedel/Hamburg. Den Ermittlern bietet sich ein schreckliches Bild: In einem Haus nahe Hamburg finden sie die Leichen zweier Kinder. Kurz darauf wird nicht weit ein toter Mann gefunden. dpa/pb

Eine beschauliche Wohngegend in Wedel vor den Toren Hamburgs: Vor dem weißen Bungalow steht eine Holzbank, im Garten hängen zwei Schaukeln am Baum. Gäbe es die rot-weißen Absperrbänder der Polizei nicht, würde die Idylle nicht auf einen Tatort schließen lassen. Doch im Haus wurden zwei tote Kinder gefunden. Selbst Polizisten vor Ort sind erschüttert: "Es ist ein sehr trauriges Bild", sagte ein Sprecher. "Wenn man Kinderschaukeln im Garten sieht, kommen Emotionen hoch."

Die Polizei informiert an diesem Sonntag die herbeigeeilten Journalisten und Kameraleute über das, was zunächst gesagt werden kann. Die Großeltern sollen am Morgen einen Notruf abgesetzt haben, weil sie sich Sorgen um die Familie machten. Als die Beamten das Einfamilienhaus überprüfen, wird aus Ungewissheit schreckliche Realität: Die Kinder sind tot. "Es spricht alles für ein Tötungsdelikt. Zwei Kinder sterben ja nicht einfach nebeneinander", sagt der Sprecher.

Doch wer hat sie getötet? Spekulationen kommen auf, weil aus dem benachbarten Hamburger Stadtteil Rissen ein weiterer Todesfall bekannt wird. Dort soll nach Angaben der Hamburger Polizei ein Mann Suizid begangen haben.

Medienberichten zufolge soll der Mann erst seine Kinder und dann sich selbst getötet haben. Der Sprecher der Polizei Segeberg spricht von einer "Familientragödie", bestätigte allerdings einen Zusammenhang der Leichenfunde zunächst nicht. Auch von der Mutter der Geschwister fehlt jede Spur. Am Nachmittag fährt vor dem Wedeler Wohnhaus ein Polizei-Fahrzeug mit Rettungshunden vor.

Für die Anwohner in Wedel werde eine seelsorgerische Betreuung organisiert, sagt der Polizeisprecher.