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| 02:45 Uhr

Katzen als Wetterpropheten

Katzenwieger Jens Lommatzsch, Jens Kopra und Jonny May (v.l.) wiegen den Kater Nero in Voigstdorf (Sachsen).
Katzenwieger Jens Lommatzsch, Jens Kopra und Jonny May (v.l.) wiegen den Kater Nero in Voigstdorf (Sachsen). FOTO: dpa
Voigtsdorf/Erzgebirge. Je fetter die Katze, desto härter der Winter: In einem Dorf im Erzgebirge soll anhand des tierischen Winterspecks der Verlauf der kalten Jahreszeit vorhergesagt werden. Murmeltier Phil lässt grüßen. Martin Fischer

Eines ist sicher: Der Winter kommt. Wie lange er bleibt, wird erst am 2. Februar entschieden, wenn im fernen Pennsylvania das Murmeltier Phil aus seinem Bau gelockt wird und seinen Schatten sieht - oder eben nicht. Wie kalt er wird, soll dagegen schon am 1. Advent im kleinen Erzgebirgs ort Voigtsdorf ermittelt werden, beim "traditionellen Katzenwiegen". Auf dem Weihnachtsmarkt muss ein Stubentiger auf "historischer Waage" zeigen, was er drauf hat. Je nachdem, wie viel Speck sich das Tier seit dem Sommer angefressen hat, wird der Winter. Logisch.

Aufleben lassen will diese angeblich alte Tradition der Maschinenbauingenieur Jens Lommatzsch. "Es gibt Hinweise, dass so etwas früher gemacht worden sein könnte", sagt der 54-jährige Sachse augenzwinkernd. Daran wollten er und andere Dorfbewohner, "die auch ein bisschen abgefahren sind", anknüpfen. "Da wir diesen Brauch hier das erste Mal wiederentdeckt haben, werden noch nicht viel mehr Besucher kommen als sonst üblich - etwa 80", schätzt Lommatzsch. Voigtsdorf, das zu Dorfchemnitz gehört, hat 600 Einwohner, aber noch viel vor. Das große Vorbild: Punxsutawney im Osten der USA, die Heimat des legendären Murmeltiers. "Diese Stadt in Pennsylvania hat ungefähr 6000 Einwohner und rund 20 000 Besucher zum Murmeltiertag."