| 02:39 Uhr

Karl May starb wahrscheinlich an einer Schwermetallvergiftung

Radebeul. Eine chronische Schwermetallvergiftung hat den Abenteuerschriftsteller Karl May (1842-1912) wahrscheinlich ins Grab gebracht. In seinen Knochen wurden auffällig hohe Konzentrationen von Blei und Cadmium gefunden, wie die Karl-May-Stiftung in Radebeul (Sachsen) gestern unter Verweis auf ein aktuelles forensisches Gutachten mitteilte. dpa/kr

"Das Trinkwasser war damals sehr bleihaltig", sagte Carsten Hädrich vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Leipzig. Er und ein Kollege hatten die sterblichen Überreste in der Gruft unter Mays Grabmal im Oktober 2014 obduziert - und sie zugleich eindeutig als die des Erfinders von Winnetou und Old Shatterhand identifiziert.

Die Todesursache des sächsischen Dichters war bisher unbekannt - und Stoff für Spekulationen. Diese reichten von Lungenkrebs bis Gattenmord. "Auf dem Totenschein vom 30. März 1912 ist nichts vermerkt", sagte Stiftungsvorstand Ralf Harder. Die Rechtsmediziner fanden keine Belege für krankhafte Veränderungen oder Brüche an Knochen, später im Labor aber erhöhte Konzentrationen von Blei und Cadmium.