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| 21:37 Uhr

Keine Revision
Gericht bestätigt Schmerzensgeld für Kachelmann

Jörg Kachelmann (Archiv).
Jörg Kachelmann (Archiv).
Karlsruhe/Berlin. Der Wettermoderator Jörg Kachelmann kann mit einer hohen Schmerzensgeldzahlung des Medienhauses Axel Springer rechnen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe wies eine Beschwerde von Springer ab, wie sowohl ein Springer-Sprecher als auch Kachelmanns Anwalt am Freitag bestätigten. Das Medienhaus hatte beanstandet, dass eine Revision gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln aus dem Jahr 2016 nicht zugelassen worden war. In dem Streit wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten hatte Springer ein Urteil vor dem BGH angestrebt. Über die Entscheidung, die der Gerichtshof schon am Dienstag traf, berichtete zunächst die "Emder Zeitung".

Eine BGH-Sprecherin konnte zu dem Fall am Freitagabend nichts sagen, weil ihr die entsprechenden Unterlagen nicht vorlagen. Der Sprecher von Axel Springer teilte mit: "Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs haben wir mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Wir halten sie für falsch und der Bedeutung der grundrechtlich geschützten Berichterstattungsfreiheit nicht angemessen. Deshalb prüfen wir nun die Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde."

Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Kachelmanns erste Schmerzensgeldklage gegen Springer endlich rechtskräftig erfolgreich!" Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Das Oberlandesgericht Köln verurteilte den Verlag im Juli 2016 zu 395.000 Euro Schmerzensgeld an Kachelmann und ließ eine Revision nicht zu.

Die "Bild"-Zeitung hatte in der Berichterstattung über den Prozess nach Ansicht der Richter in ihrer gedruckten Ausgabe und online mehrmals die Grenzen des Erlaubten überschritten und Kachelmanns Persönlichkeitsrecht schwer verletzt. Unter anderem hielt das Oberlandesgericht Fotos nicht für zulässig, die Kachelmann als Häftling im Gefängnishof zeigten.

(wer)