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| 02:54 Uhr

Innovationen und Spannungen

Laternen werden in Peking für die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest aufgehängt.
Laternen werden in Peking für die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest aufgehängt. FOTO: dpa
Peking. Am Sonnabend läutet China das Jahr des Feuer-Hahns ein. Die Tiere versprechen Innovation und Fortschritt. Chinesische Feng-Shui-Meister warnen aber auch vor drohenden Kriegen und Naturkatastrophen. Jörn Petring / dpa/pb

Ein Jahr mit wissenschaftlichen Durchbrüchen, aber auch politischen Spannungen steht vor der Tür. Zumindest, wenn es nach dem traditionellen Mondkalender der Chinesen geht, die am Sonnabend das Jahr des Hahns einläuten.

Der Hahn folgt im chinesischen Tierkreis auf den häufig etwas überheblichen Affen und ist in diesem Jahr auch noch mit den Elementen des Feuers verbunden, eine Kombination, die es nur alle 60 Jahre gibt. In Jahren des Feuer-Hahns könne mit "bemerkenswerten wissenschaftlichen Entwicklungen", gerechnet werden, sagt der Hongkonger Feng-Shui-Meister Raymond Lo, ein bekannter Experte für die "Lehre vom Wind und Wasser".

1957 etwa schossen die Russen im Jahr des Feuer-Hahns Sputnik 1 und Sputnik 2 ins All und leiteten so das Weltraum-Rennen ein. 60 Jahre zuvor, im Jahr 1897, war das Aspirin erfunden worden.

Generell sei der Feuer-Hahn ein Symbol für "Optimismus, Innovation und Fortschritt", sagt Lo. Allerdings gehen Wahrsager auch davon aus, dass ein Jahr mit politischen Spannungen bevorsteht. Die Verbindung des Elements Feuer mit dem Hahn werde für eine "geladene" Stimmung sorgen, die Staatschefs zu "extremen Handlungen" treiben könnte.

Einen Mann haben die Chinesen bei dieser Vorhersage augenscheinlich ganz besonders im Sinn: Ein Einkaufszentrum in der nordchinesischen Stadt Taiyuan hat eine sieben Meter hohe Hahn-Skulptur anfertigen lassen, die mit goldenem Kamm und grimmig zusammengekniffenen Augenbrauen Donald Trump wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Aufblasbare Versionen des Trump-Hahns werden auch auf dem chinesischen Online-Marktplatz Taobao verkauft. Dass der neue US-Präsident nach dem chinesischen Kalender gar kein Hahn, sondern ein Hund ist (geboren 1946), scheint dabei nicht so wichtig zu sein.

Die Feng-Shui-Meister warnen aber nicht nur vor politischem Ungemach. In Jahren des Hahns komme es auch gehäuft zu schlimmen Naturkatastrophen wie Großfeuern, Explosionen, nuklearen Zwischenfällen oder Seuchen.

Doch zumindest für die Wirtschaft dürfte das neue Jahr laut Lo vielversprechend verlaufen. Das Element Feuer verleihe Märkten und Konjunktur neuen Schwung.

So gibt es im Horoskop eben immer zwei Seiten. Menschen, die im Jahr des Hahns (etwa 1945, 1957, 1969, 1981, 1993 und 2005) geboren sind, gelten als aktiv, vergnügt, redselig und beliebt bei ihren Mitmenschen. Auch gelten Hähne als loyal - sie sollen aufrichtige Freundschaften schließen. Negativ wird vermerkt, dass Hähne aber auch ein stolzes und arrogantes Gemüt haben sollen. Der Hahn mag keine Kritik und geht keinem Konflikt aus dem Weg.

Wer im Jahr des Hahns geboren ist, muss dieses Jahr ganz besonders aufpassen, sagen Chinesen. Viele tragen das Jahr über rote Farben am Körper, um Unglück abzuwehren. Geeignete Berufe sollen Chirurg, Soldat, Feuerwehrmann, Leibwächter, Designer oder Verkäufer sein.

Zu berühmten Hähnen nach dem chinesischen Kalender gehören Paris Hilton, Cate Blanchett, Kate Middleton, Jennifer Lopez, Beyoncé, Britney Spears, Eric Clapton und Roger Federer.