ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:25 Uhr

Berliner Bundestagsabgeordnete fordert härteres Vorgehen
Illegaler Handel mit Hundewelpen blüht

Golden Retriever-Welpen, die aus einem Tiertransporter gerettet wurden, spielen in einem Tierheim. In Berlin und bundesweit wird von einer Zunahme beim Verkauf von Welpen an den Tierschutzbestimmungen vorbei ausgegangen. Auch, wenn es schwerfällt: Wer Hundewelpen von fadenscheinigen Händlern kauft, befeuert deren Geschäft.
Golden Retriever-Welpen, die aus einem Tiertransporter gerettet wurden, spielen in einem Tierheim. In Berlin und bundesweit wird von einer Zunahme beim Verkauf von Welpen an den Tierschutzbestimmungen vorbei ausgegangen. Auch, wenn es schwerfällt: Wer Hundewelpen von fadenscheinigen Händlern kauft, befeuert deren Geschäft. FOTO: David-Wolfgang Ebener / dpa
Berlin. Süße Hundewelpen, teils zum Schnäppchenpreis; so stehen sie im Internet zum Verkauf. Von etwa 250 Fällen illegalen Handels mit Hundewelpen pro Woche wird in Berlin ausgegangen. Auch bundesweit nehmen die Zahlen zu. Was ist zu tun?

Zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Hundewelpen fordert der Berliner Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) ein härteres Vorgehen. „Es kann nicht sein, dass die Behörden illegale Welpenhändler nur aufgrund einer Ordnungswidrigkeit oder maximal unter dem Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs verfolgen können“, erklärte der CDU-Politiker. Bußgelder nähmen die Händler angesichts hoher Gewinnspannen billigend in Kauf. Wegner sprach sich für die Einführung eines eigenen Straftatbestands illegaler Welpenhandel aus.

In Berlin und bundesweit wird von einer Zunahme beim Verkauf von Welpen an den Tierschutzbestimmungen vorbei ausgegangen. Thorsten Schatz, Spandauer CDU-Bezirksverordneter, hatte kürzlich von 250 Fällen pro Woche in Berlin gesprochen und sich auf Erhebungen von Tierschützern berufen. Offiziell erfasst sind weit weniger Fälle - 120 im Vorjahr in acht Bezirken -, wie kürzlich aus einer Antwort der zuständigen Senatsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage hervorging.

Ein bezirksübergreifendes Meldesystem, so eine CDU-Idee, könnte dazu beitragen, den Händlern das Handwerk zu legen. Bisher verlagerten diese ihre Aktivitäten über Bezirksgrenzen, wenn sie an einem Ort Schwierigkeiten mit den Behörden bekommen. Wegner erklärte, er habe bisher nicht den Eindruck, dass der Senat das Problem wahrnehme.

Berlins Tierschutzbeauftragte Diana Plange betonte, schon länger an dem Thema zu arbeiten. Weil der illegale Handel mit Hundewelpen häufig über Kleinanzeigen im Internet angebahnt wird, will sie auf Veränderungen bei einer großen Plattform hinarbeiten, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte. Eine Idee sei, dass auf dem Portal künftig zwar Inserate des Tierheims erscheinen, aber keine Angebote lebender Tiere von Privatleuten. Somit gäbe es für den Betreiber keinen Wegfall von Werbeeinnahmen.

Auch im Tierheim Berlin kennen die Mitarbeiter das Problem seit Jahren - doch das Ausmaß nehme stetig zu, sagte Sprecherin Annette Rost. Die Tiere landeten oft dort, nachdem die Halter beim Tierarzt erfahren hätten, dass der Hund Parasiten hat - oder im schlimmsten Fall unter der oft tödlichen Infektionskrankheit Parvovirose leidet. Die hohen Behandlungskosten führten dann häufig zur Abgabe ins Heim.

„Im Moment haben wir zudem 18 Welpen in Tollwut-Beobachtung, viele hiervon aus illegalem Handel“, sagte Rost. Das seien unter anderem Tiere, die bei Polizeiaktionen gegen Händlerringe sichergestellt wurden. Mancher Welpe sei erst vier Wochen alt, was soziale Auffälligkeiten nach sich ziehen kann. Denn eigentlich dürfen Welpen erst nach acht Wochen von der Mutter getrennt werden.

Die Tiere werden oft unter tierschutzwidrigen Bedingungen in Osteuropa gezüchtet. Bestimmungen zum gewerblichen Handel mit Tieren werden unterlaufen. Eigentlich ist dafür eine Erlaubnis der Behörden erforderlich - zu beachten sind zahlreiche Vorgaben zu Haltung, Betreuung, Transport und zu Impfungen. Welpen aus dem EU-Ausland benötigen zum Beispiel einen EU-Heimtierausweis, ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt und eine Kennzeichnung mit Mikrochip.

Was Sie tun können, Ratschläge und Informationen zum Thema Welpenhandel gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

und beim Deutschen Tierschutzbund.