| 02:38 Uhr

Hippie, Zen-Priester und Filmstar

FOTO: dpa
Peter Coyote zählt ein Dutzend Regisseure auf, mit denen er gerne zusammengearbeitet hat, darunter Roman Polanski, Steven Spielberg, Walter Hill, Martin Ritt, Bigas Luna. Mehr als 150 Filme habe er gedreht, resümiert Coyote kurz vor seinem 75. dpa/roe

Geburtstag. "Nicht alle haben Spaß gemacht, nicht alle waren gut, aber bei jedem habe ich etwas gelernt." Seinen Geburtstag am heutigen Montag begeht der Schauspieler aber weitab von Hollywood in der Stille seiner kleinen Farm und Obstplantage im ländlichen Sebastopol, nördlich von San Francisco. "Ich werde meditieren, mit meinen Hunden spazieren gehen, auf meiner Farm arbeiten und dankbar dafür sein, dass ich noch lebe und gesund bin", erzählt Coyote.

Sein eigenes Leben gäbe reichlich Stoff für ein spannendes Drama her. Der Ex-Hippie, ultraliberale Aktivist und zum Zen-Priester geweihte Buddhist machte in Hollywood erst spät Karriere. "Ich war 39, alleinerziehender Vater, knapp bei Kasse und musste Geld verdienen", sagt Coyote. Er sei kein hervorragender Schauspieler gewesen, räumt er selbstkritisch ein. "Ich hatte Glück."

Mit dem markant zerfurchten Gesicht fand er in Hollywood schnell eine Nische. Vom Chef-Wissenschaftler in Steven Spielbergs Kinohit "E.T." (1982) avancierte er zum Liebhaber, der in "A Man in Love" (1987) Greta Scacchi den Kopf verdrehte. In Roman Polanskis Erotikdrama "Bitter Moon" (1992) wurde Coyote dann zum sadomasochistischen Ehemann im Rollstuhl. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar holte ihn für "Kika" (1993) vor die Kamera. Unter der Regie von Brian de Palma filmte er 2002 in Paris den Thriller "Femme Fatale". Zuvor legte er sich als arroganter Anwalt mit Julia Roberts in "Erin Brockovich" an.

Robert Peter Cohon wuchs in einer wohlhabenden Banker-Familie in New York auf. Nach einem Drogentrip mit Peyote legte er sich in den 1960er-Jahren seinen Künstlernamen zu. Im Rausch war ihm ein Kojote erschienen. Als junger Student machte er während der Kuba-Krise Schlagzeilen, als er mit einer Handvoll Friedensaktivisten vor dem Weißen Haus drei Tage in einen Hungerstreik ging. In San Francisco schloss er sich der Hippie-Bewegung an. Er lebte in Kommunen und auf der Straße.