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| 09:00 Uhr

Polizei durchsucht Wohnungen und Büros
Großrazzia in drei Bundesländern gegen Schleusernetzwerk

Hamburg/Bremen/Pirna. Die Bundespolizei hat Gebäude in Nord- und Mitteldeutschland durchsucht. Hintergrund ist der Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern.

Mit einer Großrazzia geht die Polizei gegen ein mutmaßliches Schleusernetzwerk vor. Mehrere Beschuldigte sollen ausländische Staatsbürger mit gefälschten Pässen nach Deutschland geholt und illegal beschäftigt haben.

Nach Angaben der Bundespolizei durchsuchten rund 800 Beamte in Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt Wohnungen und Büro von Beschuldigten. Mehrere Tatverdächtige sollen überwiegend moldauische Staatsbürger nach Deutschland geschleust und illegal beschäftigt haben. Einige der Beschuldigten sollen Kontakte in die Reichsbürgerszene in der Altmark haben. Zuerst hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Ob und wie die Kontakte zur Reichsbürgerszene mit den Durchsuchungen in Verbindung stehen, sagte der Polizeisprecher zunächst nicht. Im Hamburg waren am Montag bereits drei Männer im Alter zwischen 30 und 43 Jahren vorläufig festgenommen worden. Dabei handele es sich um zwei Deutsche und einen Russen. Am Dienstag soll entschieden werden, ob gegen die Männer Haftbefehl erlassen wird.

Insgesamt durchsuchten die Beamten mit Hilfe von Spezialkräften 16 Gebäude im Raum Hamburg, zwei in Bremen und drei in der Altmark. In Sachsen-Anhalt seien die Durchsuchungen noch am Montag abgeschlossen worden, sagte der Sprecher. Dagegen sollten in Hamburg und Bremen am Dienstag noch Räume durchsucht werden. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg habe bereits seit vergangenem Oktober in dem Fall ermittelt.

Die Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik und ihre Rechtsordnung ab. Vertreter der Bewegung gehen zum Teil davon aus, dass das Deutsche Reich noch immer besteht.

(wer)