ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 06:24 Uhr

Gewalt gegen Lehrer
Schulen müssen entschlossen einschreiten

Meinung | Düsseldorf. Es ist gut, dass das Thema "Gewalt gegen Lehrer" langsam, aber sicher ins helle Licht der Öffentlichkeit rückt. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat mit seinen Umfragen Pionierarbeit geleistet. Und auch der Schluss, den der VBE zieht, ist richtig: Wer jetzt noch von Einzelfällen redet, der verschließt die Augen vor der Wirklichkeit. Frank Vollmer

Gewalt gegen Lehrer gehört an vielen deutschen Schulen inzwischen zum Alltag - auch in NRW. Es ist gut, dass das Thema langsam, aber sicher ins helle Licht der Öffentlichkeit rückt. Es gilt: Gewalt ist unbeirrt zu ächten - auch wenn das Konflikte produziert.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat mit seinen Umfragen Pionierarbeit geleistet. Auch der Schluss, den der VBE zieht, ist richtig: Wer jetzt noch von Einzelfällen redet, der verschließt die Augen vor der Wirklichkeit.

Eine schnelle Lösung allerdings gibt es nicht. Flächendeckend Sicherheitspersonal in Klassen wird niemand wollen. Also langer Atem: Gewalt ist unbeirrt zu ächten, auch wenn das Konflikte produziert; Schulen müssen entschlossen einschreiten, auch mit mehr Anzeigen. Die Eltern sind verstärkt an ihre Pflicht zu erinnern - Schule ersetzt nicht die Erziehung. Die Landesregierung sollte überlegen, wie sie den Schulen besser helfen kann: mit Fortbildungen, mehr Verwaltungsassistenten, einfacheren Meldewegen.

Und schließlich wird es Zeit, unser Wissen auf eine breitere Basis zu stellen. Dass Gewalt gegen Lehrer bloß in der Kriminalitätsstatistik auftaucht, ist zu wenig. Das Problem muss amtlich erfasst werden wie der Unterrichtsausfall. Wir brauchen das volle Bild.