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Gericht muss Sicherungsverwahrung für Kindermörder erneut prüfen

Silvio S. muss möglicherweise doch in Sicherheitsverwahrung.
Silvio S. muss möglicherweise doch in Sicherheitsverwahrung. FOTO: dpa
Leipzig. Der Mörder der beiden Jungen Elias und Mohamed kommt möglicherweise doch in Sicherungsverwahrung. Der Bundesgerichtshof entschied am Mittwoch, dass das Landgericht Potsdam die Gefährlichkeit des Mannes erneut prüfen muss. Birgit Zimmermann

Die grundsätzlich unbefristete Sicherungsverwahrung ist das schärfste Mittel, um die Gesellschaft vor besonderes gefährlichen Straftätern zu schützen.(Az.: 5 StR 8/17)

Silvio S. hatte den sechs Jahre alten Elias und den vierjährigen Mohamed angelockt, missbraucht und getötet. 2015 wurde der damals 32-Jährige, der isoliert lebte, gefasst.

Die Potsdamer Richter hatten Silvio S. wegen Mordes und Kindermissbrauchs zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie stellten zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung erschwert. Die Sicherungsverwahrung lehnten sie jedoch ab. Ein Gutachter hatte ihm keinen Hang zur Begehung weiterer schwerer Straftaten bescheinigt.

Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein, der der 5. Strafsenat des BGH in Leipzig nun folgte. Das Potsdamer Gericht habe Fehler bei der Gesamtwürdigung gemacht, sagte der Vorsitzende Richter. Weder habe es die rasche Folge der beiden Morde ausreichend gewichtet noch die menschenverachtende Weise, in der die Taten begangen worden seien.

Zum Thema:
Am 8. Juli 2015 verschwand der kleine Elias aus Potsdam in der Nähe der elterlichen Wohnung. Seine Mutter alarmiert die Polizei. Eine groß angelegte Suchaktion bleibt über Wochen erfolglos. Am 1. Oktober desselben Jahres wird dann der vier Jahre alte Mohamed vor der zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin-Moabit entführt. Ende Oktober findet die Polizei eine Kinderleiche und nimmt einen Verdächtigen fest. Der damals 32-jährige Silvio S. gesteht, Mohamed am Tag nach der Entführung ermordet zu haben. Die Fahnder prüfen einen möglichen Zusammenhang mit dem Fall Elias aus Potsdam. Schon einen Tag später gibt der Entführer auch den Mord an Elias, der schwer sexuell missbraucht wurde, zu. Die Polizei findet die Leiche des Jungen in dem Schrebergarten von Silvio S.