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| 02:42 Uhr

Für "Wilsberg"-Star ist Serie Segen

Leonard Lansink fühlt sich wohl in Münster.
Leonard Lansink fühlt sich wohl in Münster. FOTO: dpa
Münster. Am Samstagabend ist er in deutschen Wohnzimmern oft zu Gast. Wer Glück hat, kann ihn auch in Berlin sehen – nebst Frau und Hund. Der Schauspieler Leonard Lansink wird heute 60. Carsten Linnhoff

Ist Leonard Lansink Wilsberg? Oder ist der ZDF-Ermittler vom Samstagabend Lansink? Für einen Schauspieler ist das eine unverschämte, geradezu ehrabschneidende Frage. Natürlich spielt Lansink nur eine Rolle. Allerdings eine, die er seit fast 20 Jahren mitgestaltet. Am heutigen Donnerstag wird der Schauspieler mit westfälischen Wurzeln und der Wahlheimat Berlin 60 Jahre alt. Für den Schauspieler Lansink ist die Serie kein Fluch. "Für mich gibt es nur Segen. Es ist mir recht, wenn die Leute mich auf der Straße mit ,Wilsberg' ansprechen. Das stört mich nicht", sagt Lansink.

Zuletzt wollten am 2. Januar rund 7,6 Millionen Zuschauer "Wilsberg" sehen. Lansink spielt eine muffelige, zerknautschte, aber herzensgute Figur, die die ZDF-Zuschauer seit Jahren in ihr Herz geschlossen haben. Der ständig unter Geldnot leidende Privatdetektiv betreibt in Münster ein schlecht laufendes Antiquariat.

Zur beruflichen Sicherheit, zu der die ZDF-Produktion "Wilsberg" dem Darsteller verholfen hat, kommt im Jahr 2011 eine private hinzu. Lansink lernt in Münster seine Frau kennen und heiratet. Das kuriose: Beide sind im gleichen Gelsenkirchener Vorort großgeworden, beide sind Schalke-Fans, beide durch und durch Westfalen. Ihren Wohnsitz haben sie trotzdem samt Hund in Berlin.

Seine Lieblingsfolge bei "Wilsberg" ist die Nummer 28 mit dem Titel "Oh du tödliche". Der Westfale mit dem Berliner Zungenschlag wünscht sich, dass diese Weihnachtsfolge mit Tannenbaum und Feier im Finanzamt Kult wird und jedes Jahr zu den Feiertagen ausgestrahlt wird. "Das könnte ,Der kleine Lord' aus Münster werden", sagt Lansink in Anspielung auf den TV-Klassiker.

Dass sich seine Wünsche aber nicht problemlos umsetzen lassen, sieht er bei anderen Dingen. "Ich denke, es wäre besser, wenn wir alles in Münster drehen würden. Die Leute sind hier einfach freundlicher, die Kölner sind genervt. Während uns die Menschen in Münster Drehorte anbieten, sind die Kölner voll angepisst, wenn wir mal wieder eine Straße blockieren", appelliert der "Wilsberg"-Darsteller an die Produktionsfirma. Außerdem würde er gerne ein Doppel zusammen mit den Kollegen vom Münster-"Tatort" drehen.