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18-Jähriger vor Gericht
Frau im Berliner Tiergarten erwürgt - Mordprozess beginnt

Einsatzkräfte der Polizei und Kriminaltechniker nach dem Fund der Frauenleiche im Berliner Tiergarten (Archivbild vom 08.09.2017).
Einsatzkräfte der Polizei und Kriminaltechniker nach dem Fund der Frauenleiche im Berliner Tiergarten (Archivbild vom 08.09.2017). FOTO: dpa, pdz hpl soe jhe
Exklusiv | Berlin. Unter großem Medienandrang ist in Berlin der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder einer Kunsthistorikerin gestartet. Vor dem Landgericht der Hauptstadt steht seit Mittwoch ein 18-Jähriger.

Ihm wird vorgeworfen, die arglose 60-Jährige vor knapp sieben Monaten im Tiergarten auf ihrem Heimweg attackiert, erwürgt und ausgeraubt zu haben. Der Ehemann des Opfers, der im Prozess Nebenkläger ist, betrat schweigend den Gerichtssaal.

Der Angeklagte, ein russischer Staatsangehöriger aus Tschetschenien ohne festen Wohnsitz in Deutschland, soll mit dem Handy der Frau und mindestens zwei Euro geflohen sein. Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier und Verdeckungsabsicht.

Die Frau war am 5. September 2017 nach einem Treffen mit Freundinnen in einem Lokal allein zu Fuß Richtung Bahnhof Zoo aufgebrochen. Der 18-Jährige soll das Opfer unvermittelt angegriffen und in ein Gebüsch gezerrt haben. Die Leiche wurde drei Tage später von zwei Passanten entdeckt. Der Tatverdächtige war eine Woche nach dem Verbrechen in Polen in der Nähe von Warschau festgenommen worden.

Die Gewalttat hatte auch eine erneute Debatte über den Umgang mit ausländischen Kriminellen ausgelöst, die eigentlich ausreisen müssten, aber nicht abgeschoben werden.

(oko)