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| 02:44 Uhr

Frau erwürgt und einbetoniert

Bonn. Die Erinnerung an den letzten Streit mit seiner Frau treibt dem Angeklagten Tränen in die Augen. Die Entdeckung der von ihm versteckten Leiche sei eine Befreiung gewesen, sagt er vor Gericht. dpa/pb

Ein Mann erwürgt seine Frau nach 20 Jahren Ehe und betoniert die Leiche im eigenen Keller ein. Den beiden Kindern und seiner Umgebung erzählte er, seine Frau sei nach einem Streit ausgezogen. Mehr als fünf Jahre später kommt die Polizei dem Mann auf die Spur, nachdem die 21 Jahre alte Tochter eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat. Seit Donnerstag steht der heute 52-Jährige wegen Totschlags vor dem Bonner Landgericht.

Er hatte die Ermittler zu der Leiche geführt: Als die Polizei den Garten des Hauses bei Königswinter umgraben wollte, zeigte der Mann den Beamten im Keller ein Weinregal, in dessen Sockel er die Leiche nach der Tat 2008 versteckt hatte.

So wie der Angeklagte es dem Gericht schildert, waren die Ehejahre geprägt von ständigem Genörgel seiner Frau und Streitigkeiten. Er habe 12 bis 14 Stunden am Tag gearbeitet. Dann hätten sich die Vorwürfe gemehrt, dass er keine Zeit für die Kinder habe. Auch Geldprobleme habe es gegeben.

Am 14. Februar 2008 waren die Eheleute morgens gemeinsam im Badezimmer. Man habe wieder gestritten. Seine Frau habe ihn aus der Dusche kommend geschubst, als er auf eine Frage nicht gleich geantwortet habe. Er habe sie dann zurückgeschubst. Dabei sei seine Frau ausgerutscht und habe sich eine blutende Wunde zugezogen. Schreiend habe sie ihn gepackt. "Und da hat es Klick gemacht", sagte der Angeklagte. Er habe sie am Hals gepackt und zugedrückt.

"Ich konnte das Gebrüll nicht mehr hören. Ich wollte in dem Moment nur Ruhe haben. Das Schreien war vorbei, aber ich hätte sehr gewünscht, dass sie noch mal motzt", sagte er unter Tränen.

Es sei für ihn eine riesige Befreiung gewesen, als er die Beamten fünf Jahre später zu der Leiche geführt habe, sagt der Mann. "Mir ist eine Tonne vom Herzen gefallen. Das war die absolute Befreiung."