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Flammeninferno in Bochumer Klinik

Feuerwehrleute auf dem ausgebrannten Dachstuhl der Klinik Bergmannsheil in Bochum (Nordrhein-Westfalen).
Feuerwehrleute auf dem ausgebrannten Dachstuhl der Klinik Bergmannsheil in Bochum (Nordrhein-Westfalen). FOTO: dpa
Bochum. Ein verheerendes Feuer bricht mitten in der Nacht in einer Bochumer Klinik aus. Zwei Menschen sterben, weitere werden verletzt. Fenster und Möbel schmelzen in der Hitze der Flammen. Nach der Ursache wird noch gesucht. dpa/ik

Nächtlicher Großalarm in Bochum: Bei einem verheerenden Feuer in einer Klinik sind am Freitagmorgen zwei Menschen ums Leben gekommen, sieben weitere schweben in Lebensgefahr. Insgesamt erlitten 16 Menschen nach offiziellen Angaben Verletzungen. Stundenlang kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen in der bekannten Klinik Bergmannsheil.

Das Feuer war im sechsten Stock in einem Patientenzimmer der Abteilung zur Behandlung von Infekten ausgebrochen. Es hatte sich in Windeseile auf die beiden darüberliegenden Etagen und das Dachgeschoss ausgebreitet. Patienten waren dort allerdings nicht untergebracht.

Eines der beiden Opfer verbrannte in seinem Zimmer, in dem das Feuer um 2.35 Uhr auch ausgebrochen war. Auch ein Patient aus dem Nachbarzimmer kam nach Angaben der Klinikleitung ums Leben. Vier Schwerstverletzte wurden in Kliniken nach Aachen, Wiesbaden und Leipzig geflogen.

Die Flammen breiteten sich innerhalb weniger Minuten aus. Auch die Feuerwehr war von dem Ausmaß überrascht, als sie bereits nach wenigen Minuten am Einsatzort eintraf. "Das Brandereignis war viel weiter fortgeschritten, als zu vermuten war", sagte Gottfried Wingler-Scholz von der Bochumer Feuerwehr.

Menschen hätten an den Fenstern gestanden und um Hilfe geschrien. Wingler-Scholz rechnete damit, den ganzen Tag über im Einsatz zu sein, um letzte Glutnester zu löschen. Insgesamt waren fast 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) vor Ort, sie wurden aus Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sowie von Helfern des THW Bochum unterstützt.

"Wir sind zutiefst geschockt über diesen schlimmen Vorfall, unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten den Angehörigen der beiden Patienten, die auf derart tragische Weise ums Leben gekommen sind", sagte Klinik-Geschäftsführer Ralf Wenzel.

Patientenschützer forderten bereits Stunden nach dem Unglück Sprinkleranlagen in jedem Zimmer der Krankenhäuser und Pflegeheime. "Rund 40 Mal im Jahr brennt es in deutschen Krankenhäusern, noch häufiger in Behinderten- und Pflegeeinrichtungen", sagte Vorstand Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz in Dortmund. Krankenhaus- und Pflegeheimbetreiber würden aber ebenso halbherzig reagieren wie die Landespolitik. Diskutiert wird nach dem Unglück unter anderem, warum es in der Klinik keine Sprinkleranlagen in den Zimmern gibt. Nach Auskunft des Krankenhauses gehören sie - anders als Brandmeldeanlagen - nicht zum Brandschutzkonzept.

Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt. Auch zum Ausmaß des Schadens machten Feuerwehr, Stadt und Klinik zunächst keine Angaben. Das Dach des Klinikgebäudes wurde bei dem Feuer aber komplett zerstört. Wegen der enormen Hitze des Feuers schmolzen Fenster und Möbel.