ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:45 Uhr

Zahlreiche Verletzte
Flammen an ICE-Strecke setzen Häuser in Brand

Bonn. Bei einem Großbrand an der Siegburger ICE-Strecke sind zahlreiche Menschen verletzt worden, die wichtige Bahnstrecke zwischen Köln und Frankfurt ist gesperrt. Durch die wochenlange Dürre konnten sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. Von Jonas-Erik Schmidt

Ein Böschungsbrand hat in Siegburg rasend schnell auf zahlreiche Häuser übergegriffen. Die Einsatzkräfte gingen von zahlreichen Verletzten aus - während die Polizei von mindestens 40 Verletzten ausging, sprach die Feuerwehr allerdings von 12 Verletzten. Die wichtige ICE-Strecke von Köln nach Frankfurt wurde gesperrt. Die Feuerwehr war am Dienstagnachmittag mit einigen Hundert Kräften vor Ort. Die Stadt Siegburg vermutet, dass der Brand durch Funken ausgelöst wurde, die ein Zug im Vorbeifahren erzeugt hatte. Die Bahn hingegen betonte, die Brandursache stehe noch nicht abschließend fest.

Die unterschiedlichen Angaben zu den Verletzten erklärte die Polizei damit, dass bei ihren Zahlen sämtliche Personen gezählt würden, die vor Ort medizinische Betreuung brauchten - also zum Beispiel auch wegen einer Kreislaufschwäche. Die Feuerwehr zähle nur Personen, die unmittelbar durch den Brand verletzt wurden.

Aus den Häusern schlugen Flammen und dichter Rauch. Acht Häuser wurden laut Polizei durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Die große Trockenheit und Hitze habe bei der schnellen Entwicklung des Brandes sicherlich eine Rolle gespielt. „Bei 39 Grad geht das ja ratzfatz“, sagte der Feuerwehrsprecher. Grob geschätzt seien 200 bis 300 Einsatzkräfte vor Ort. Auch ein Wasserwerfer der Bundeswehr und ein Hubschrauber wurden angefordert. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen abgeschaltet werden.

Die Stadt Siegburg teilte schon bald nach Ausbruch des Brandes mit, vermutlich habe ein vorbeifahrender Zug Funken geschlagen und so die Flammen entfacht. Durch die Funken sei die völlig ausgetrocknete Böschung auf beiden Seiten der Strecke schnell in Flammen geraten. Die Bahn hingegen warnte vor voreiligen Schlüssen. Man könne zunächst „keine abschließende Aussage“ zu der Ursache für den Böschungsbrand machen, betonte ein Unternehmenssprecher.

ICEs zwischen Köln und Frankfurt würden am Rhein entlang umgeleitet und kämen bis zu 90 Minuten verspätet an, teilte die Bahn mit - einige Züge fielen ganz aus. Welcher Schaden durch den Brand an den Schienen und der Technik entstanden ist, sei noch unbekannt. Erst wenn das klar sei, könne man abschätzen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können, teilte die Bahn mit.