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Ex-Frau hinter Auto hergeschleift - Prozess gegen 39-Jährigen

Menschen stehen am 23.11.2016 bei einer Mahnwache in der Prinzenstraße in Hameln (Niedersachsen) und halten dabei Plakate mit Aufschrift "Stoppt die Gewalt gegen Frauen". In Hameln hatte am Sonntag ein Mann eine junge Frau mit einem Seil an die Anhängerkupplung eines Autos gebunden und rund 250 Meter weit mitgeschleift. Jetzt steht der 39-Jährige wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hannover.
Menschen stehen am 23.11.2016 bei einer Mahnwache in der Prinzenstraße in Hameln (Niedersachsen) und halten dabei Plakate mit Aufschrift "Stoppt die Gewalt gegen Frauen". In Hameln hatte am Sonntag ein Mann eine junge Frau mit einem Seil an die Anhängerkupplung eines Autos gebunden und rund 250 Meter weit mitgeschleift. Jetzt steht der 39-Jährige wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hannover. FOTO: Julian Stratenschulte (dpa)
Die Tat schockierte weit über die Grenzen von Hameln hinaus. Im November band ein Mann seine schwer verletzte Ex-Partnerin an seinem Wagen fest und raste los. Jetzt kommt der Mann wegen versuchten Mordes in Hannover vor Gericht. dpa

Ein halbes Jahr nach einem Gewaltexzess in Hameln beginnt am Montag der Prozess vor dem Landgericht Hannover. Ein 39 Jahre alter Mann muss sich wegen versuchten Mordes und Bedrohung verantworten, weil er seine Ex-Frau an sein Auto gebunden haben und dann losgerast sein soll. Die 28 Jahre alte Mutter eines zweijährigen Jungen wurde hinter dem Wagen hergeschleift, bis das Seil sich löste. Wie durch ein Wunder überlebte die Frau schwer verletzt.

Voraussichtlich wird sich der 39-Jährige zu den Vorwürfen äußern. „Mein Mandant wird nicht schweigen“, sagte Verteidiger Matthias Waldraff.

Laut Anklage war der Mann bei der Rückgabe des gemeinsamen Kindes am 20. November 2016 gegen 18 Uhr mit seiner Ex-Partnerin in Streit geraten. Er soll auf die Frau eingeprügelt, mit einem Messer auf sie eingestochen und sie mit der stumpfen Seite einer Axt geschlagen haben.

Der Gewaltexzess, den mehrere Menschen aus dem Fenster beobachtet haben sollen, gipfelte nach Polizeiangaben darin, dass der Mann der schwer verletzten Frau einen Strick um den Hals legte, an das Auto band und losraste. Nach etwa 200 Meter soll sich das Seil gelöst haben. Während der Fahrt befand sich der damals zweijährige Sohn der beiden im Auto. Die Frau leidet nach Auskunft ihres Anwalts, Roman von Alvensleben, erheblich unter den Folgen der Tat.

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt. Demnach könnte am 31. Mai das Urteil gesprochen werden.