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Erneut Felssturz in Yosemite

Sacramento () Nach dem tödlichen Felssturz am weltberühmten Kletterfelsen El Capitan im kalifornischen Yosemite-Nationalpark ist dort erneut ein riesiger Felsbrocken abgegangen. Ein Mann wurde bei dem Vorfall am Donnerstag verletzt, wie der Nationalpark mitteilte. dpa/sm

Wegen der Trümmer des Felsbrockens musste die Straße auf der Nordseite des Bergs geschlossen werden. Der Park sollte aber weiter für Besucher offen bleiben.

Der El Capitan gilt als einer der faszinierendsten Kletterfelsen der Welt. Derzeit ist dort Hochsaison. Am Mittwoch hatte sich nahe der beliebten "Wasserfall-Route" ein Felsbrocken gelöst. Ein britischer Tourist kam ums Leben. Seine Frau wurde schwer verletzt. Sie waren in den Park gekommen, um zu klettern.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten sie aber noch nicht begonnen, wie der Park mitteilte. Insgesamt gingen am Mittwoch schätzungsweise sieben Felsbrocken von der weißen Granitwand des 2300 Meter hohen El Capitan ab. Der Brocken vom Donnerstag soll noch größer gewesen sein als der vom Vortag. Ein Mann wurde verletzt, nachdem sein Auto von einem Stein getroffen wurde, wie seine Frau einem US-amerikanischen Fernsehsender sagte.

Steinschläge kommen im Yosemite-Park häufiger vor. Pro Jahr zähle die Parkbehörde rund 80, viele weitere würden gar nicht beobachtet, hieß es in einer Mitteilung des Parks. "Der Felssturz am El Capitan war in Größe und Ausmaß ähnlich wie andere im Park, aber normalerweise kommt es nicht zu Opfern."

Das letzte Mal, dass ein Kletterer bei einem Steinschlag ums Leben kam, war vor 18 Jahren. Die Felsen sind ein Wahrzeichen des Nationalparks, wie auch die Yosemite Falls und die Mammutbäume.

Der Park liegt etwa 300 Kilometer östlich von San Francisco und ist etwa 3000 Quadratkilometer groß. Eine Vielzahl von Tierarten - darunter Schwarzbären und Luchse - sind hier zu Hause. Im vergangenen Jahr kamen fünf Millionen Besucher. Die rund 1000 Meter fast senkrecht aufragende Granitwand des El Capitan galt lange Zeit als unbezwingbar.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Monolith immer mehr zum Dorado für Kletterer aus aller Welt. Die deutschen Extremkletterer Alexander und Thomas Huber ("Huber Buam") stellten einen in dem Kinofilm "Am Limit" dokumentierten Geschwindigkeitsrekord auf der Hauptroute "The Nose" auf.