ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 06:56 Uhr

Bis zu 39,5 Grad
Dienstag war bisher heißester Tag des Jahres

Brandenburg, Treplin: Ein Mädchen lässt sich von einem Seil in das Wasser des Trepliner Sees im Landkreis Märkisch-Oderland in Ostbrandenburg fallen. Am Dienstag war der bisher heißeste Tag des Jahres.
Brandenburg, Treplin: Ein Mädchen lässt sich von einem Seil in das Wasser des Trepliner Sees im Landkreis Märkisch-Oderland in Ostbrandenburg fallen. Am Dienstag war der bisher heißeste Tag des Jahres. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Offenbach. Backofen Deutschland: Der Juli endet mit einem Hitzerekord 2018. Das aktuelle Supersommer-Tief „Juli“ bringt weiterhin subtropische Temperaturen mit sich, aber auch Turbulenzen.

Deutschland hat am Dienstag den bisher heißesten Tag dieses Sommers erlebt. Die größte Hitze herrschte in Bernburg in Sachsen-Anhalt, wo 39,5 Grad gemessen wurden. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Die absolute Rekordmarke aus dem Jahr 2015 mit mehr als 40 Grad wurde aber nicht erreicht.

Backofentemperaturen gab es auch im fränkischen Kitzingen (39,0 Grad), in Demker bei Stendal (38,7 Grad), im thüringischen Artern (38,2 Grad), im baden-württembergischen Bad Mergentheim (38,3 Grad) und in Regensburg (38,2 Grad). Sogar auf der Ostseeinsel Poel waren es 37,1 Grad. Auch in den nächsten Tagen soll es warm bleiben.

Bei der Gluthitze am Dienstag suchten Millionen Menschen Schatten oder Abkühlung. Vor manchen Berliner Schwimmbädern bildeten sich wegen drohender Überlastung lange Warteschlangen. Der Pegelstand in der Elbe ist bei Dresden inzwischen so niedrig, dass er unter der Mess-Skala liegt. In Lehnin in Brandenburg bewässerte die Feuerwehr Straßenbäume. In Bochum versuchte sie, ein Fischsterben abzuwenden.

Der Juli wird als einer der heißesten seit Beginn der Messungen in die deutsche Wettergeschichte eingehen. Bisher hatte der Rekord laut DWD bei 38,0 Grad gelegen, aufgestellt am 26. Juli in Duisburg-Baerl.

Die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 liegt laut DWD bei 40,3 Grad. Dieser Wert wurde am 5. Juli und am 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen gemessen. Die Stadt am Main mit etwa 21 000 Einwohnern hält den Rekord als heißeste Stadt Deutschlands.

Der Juli 2018 wird voraussichtlich der fünftwärmste Juli seit Beginn der Messungen - nach 2006, 1994, 1983 und 2010. Außerdem wird er vermutlich nach 2006 der zweitsonnigste seit 1951. Die Sonne schien im Schnitt schon mehr als 300 Stunden, das Soll beträgt 212 Stunden.

Auch im August ist vorerst kein Ende der sommerlicher Hitze in Sicht. Das aktuelle Supersommer-Tief «Juli» bringt weiter von Süd- und Südwesteuropa heiße subtropische Luft nach Mitteleuropa. Allerdings startet der neue Monat am Mittwoch in einigen Regionen eher turbulent, kündigte der DWD am Dienstag an. Von Südwesten bis nach Nordosten werde ein Gewitterstreifen über Deutschland erwartet. Dabei können örtlich Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.

Landesweit bringt die Hitze auch auf Feldern, in Wäldern und in Gewässern verstärkt Probleme. So pumpt die freiwillige Feuerwehr in Bochum seit mehreren Tagen Frischwasser in Teiche, damit die Fische nicht durch zu hohe Temperaturen und Sauerstoffmangel eingehen. Ein Fischsterben lasse sich auch durch die Einsätze nicht immer vermeiden, hieß es bei der Bochumer Feuerwehr. In Hamburg ist am Dienstag erneut eine Tonne toter Fisch abgeschöpft worden. Schon am Wochenende holte die Hamburger Umweltbehörde zwischen vier und fünf Tonnen toten Fisch aus den Gewässern der Hansestadt.

Bei den Menschen macht die Hitzewelle laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK Gesundheit Frauen eher zu schaffen als Männern. 54 Prozent der Frauen sagten, ihnen gehe es derzeit schlechter als an normalen Sommertagen. Bei den Männern sprachen 36 Prozent von einem schlechteren Befinden. Insgesamt gaben 45 Prozent der Befragten an, dass es ihnen in diesen Hitzetagen schlechter geht als sonst im Sommer. Keinen Unterschied machen 47 Prozent aus. Sieben Prozent fühlen sich sogar besser.

(dpa)