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Die Trümmermenschen von Amatrice

Nando Bonanni.
Nando Bonanni. FOTO: dpa
Amatrice. Wenn Nando Bonanni durch das geht, was sein altes Leben war, knirscht und wackelt es unter seinen Füßen. Überall liegen Trümmer, Scherben und Überreste eines Lebens, das es seit einem Jahr nicht mehr gibt. Annette Reuther

Bonanni geht zügigen Schrittes durch den großen Raum. "Hier, wie ein Bombeneinschlag. Nein, eine Bombe hätte nicht so viel Schaden angerichtet wie das Erdbeben", sagt er.

Bis um 3.36 Uhr am 24. August 2016 war dies ein typisches Restaurant in der italienischen Gemeinde Amatrice. Dann kam ein Erdbeben, das 299 Menschenleben auslöschte und ganze Orte verwüstete. "Mein altes Leben gibt es nicht mehr", sagt Bonanni.

In der Grenzregion zwischen Latium, Umbrien und den Abruzzen wurden mit dem Beben vom 24. August Zehntausende Menschen obdachlos. Der Erdstoß der Stärke 6,0 blieb nicht der einzige in Amatrice und der Umgebung. Dass Italien auf einem Pulverfass sitzt, bewies erst diese Woche wieder ein Beben auf der Insel Ischia.

Seit jenem Tag vor einem Jahr wackelt es in der bergigen Gegend von Amatrice immer wieder und lässt Häuserruinen vollends einstürzen. Die Menschen sind zermürbt. Viele wollen aber nicht weichen.

Bauexperten erklären, dass ein Wiederaufbau nicht von heute auf morgen passiere. Wer die meterhohen Schuttberge in Amatrice sieht, kann sich die Sisyphosaufgabe vorstellen. Vor allem, wenn der Boden immer wieder bebt. Die Bürokratie verzögert den Wiederaufbau weiter.

Ein Hoffnungssignal sei, dass in Amatrice mit deutscher Hilfe ein Krankenhaus aufgebaut werde.