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Die Erde in Mexiko zittert

Daten der von der FU Berlin und dem GFZ Potsdam betriebenen Erdbebenstation in Rüdersdorf stellen die Bodengeschwindigkeit der Primärwelle dar.
Daten der von der FU Berlin und dem GFZ Potsdam betriebenen Erdbebenstation in Rüdersdorf stellen die Bodengeschwindigkeit der Primärwelle dar. FOTO: dpa
Mexiko-Stadt. Das schwere Erdbeben vor Mexikos Pazifikküste hat mindestens 32 Menschen das Leben gekostet. Das berichtete der Fernsehsender Foro TV am Freitag unter Berufung auf Mexikos Präsidenten Enrique Peña Nieto. Andrea Sosa Cabrios /

Vor Journalisten sagte Peña Nieto demnach, zehn Menschen seien im Staat Oaxaca getötet worden, drei im Staat Chiapas und weitere zwei in Tabasco. Das Beben in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) hatte nach Angaben von Peña Nieto eine Stärke von 8,2 und war damit das schwerste seit mehr als 100 Jahren. Für die gesamte Region wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben. Die Behörden in Guatemala, wo das Beben die Erde ebenfalls erzittern ließ und eine Stärke von 7,7 erreichte, hob für seine Pazifikküste die Warnung mittlerweile wieder auf.

Das Beben ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Tiefe, wie das Seismologische Institut in Mexiko mitteilte. Die Erdstöße waren auch im etwa 700 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt sowie in andern Bundesstaaten und mehreren Ländern Mittelamerikas zu spüren. In Mexiko-Stadt und anderswo kam es zu zahlreichen Stromausfällen.

Solch starke Beben setzen Energie frei, die über Jahrzehnte durch die Bewegung der tektonischen Platten aufgebaut wurde, erklärt Professor Marco Bohnhoff, Leiter der Sektion Geomechanik und Rheologie am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ). Sie seien entsprechend selten, aber mit teils zerstörerischen Auswirkungen. Mexikanische Seismologen gaben die Stärke mit 8,4 an, das GFZ listete es mit 8,1.

Sogar im fast 10 000 Kilometer entfernten Rüdersdorf bei Berlin konnte das Beben gemessen werden, wie Josef Zens vom GFZ sagte. Selbst in Berlin habe es eine Wellenbewegung von 8,5 Millimetern nach oben und unten gegeben.