ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:23 Uhr

Höchststand
Zahl der ehrenamtlichen Rotkreuzhelfer so hoch wie vor 15 Jahren

Im vergangenen Jahr hatte das Deutsche Rote Kreuz 425.800 aktive Mitglieder.
Im vergangenen Jahr hatte das Deutsche Rote Kreuz 425.800 aktive Mitglieder. FOTO: DRK
Berlin. Die Zahl der ehrenamtlichen Rotkreuzhelfer ist auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Die positive Entwicklung im Ehrenamt lässt sich nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes auf die Flüchtlingskrise zurückführen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet einen deutlichen Zuwachs bei der Zahl ehrenamtlicher Helfer. Sie stieg 2017 um rund 11.000 auf 425.800 aktive Mitglieder, wie aus dem am Montag in Berlin vorgestellten aktuellen DRK-Jahrbuch hervorgeht. "Das ist der höchste Stand seit mehr als 15 Jahren", erklärte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. "Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist in der Bevölkerung sehr groß."

Mehr Bewerber als Stellen

Die positive Entwicklung beim Ehrenamt lässt sich nach Angaben Hasselfeldts zumindest teilweise auf die Flüchtlingskrise zurückführen. Viele Menschen, die sich 2015 und 2016 spontan beim DRK zur Unterstützung von Flüchtlingen gemeldet hätten, seien unterdessen als feste ehrenamtliche Helfer für das DRK tätig. Sie engagieren sich demnach nun beispielsweise im Betreuungsdienst, in der Nachbarschaftshilfe, der Sozialarbeit oder in einem Hospiz.

Hasselfeldt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst beim DRK insgesamt deutlich mehr Bewerber als Stellen gebe. "Bei uns übersteigt die Nachfrage von Bewerbern unsere Angebote um mehr als das Doppelte - deshalb appellieren wir an die Bundesregierung, mehr Stellen für beide Programme zu schaffen und die notwendige Bundesförderung zu erhöhen."

Konzept zum nationalen Krisenmanagement

Zudem plädierte das Rote Kreuz dafür, dass sich Deutschland besser auf Katastrophen und unerwartete Ereignisse einstellt. Das DRK strebt daher gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen ein Konzept zum nationalen Krisenmanagement an. So sollen zehn Materiallager in Deutschland etwa mit Betten, Zelten und medizinischen Produkten ausgestattet werden.

Die Hilfsorganisationen wollen die Lager laut DRK betreuen und dafür sorgen, dass das Material ständig in einwandfreiem Zustand und abrufbar ist. Das Material soll jeweils für 5000 Menschen ausreichen, insgesamt also für 50.000. Die Gesamtkosten belaufen sich den Angaben zufolge auf zunächst 109 Millionen Euro.

(eler)