ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:09 Uhr

Laage
Debatte um Übungsflüge der Bundeswehr

 Ein brennender Eurofighter ist am Himmel über der Kleinstadt Malchow  an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen.
Ein brennender Eurofighter ist am Himmel über der Kleinstadt Malchow  an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen. FOTO: dpa / Thomas Steffan
Laage. Politiker von Grünen und Linken fordern nach Absturz eine Überprüfung der Trainingseinsätze.

Der Absturz von zwei Eurofightern in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Toten hat eine Debatte über die Übungsflüge der Bundeswehr ausgelöst. Politiker von Grünen und Linkspartei forderten eine Überprüfung oder gar Stopp der Tiefflüge in der Urlaubsregion. Unterdessen wurde bekannt, dass Wrackteile eines der beiden abgestürzten Jets auch in Sichtweite eines Kindergartens niedergegangen waren.

Es müsse geprüft werden, in welchen Regionen und in welchem Ausmaß Eurofighter fliegen dürfen, und inwiefern man die Flüge über Urlaubsregionen einschränken könne, sagte die Landesvorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Schulz, am Dienstag. Dies sei nötig, weil „Emissionen, Lärm und auch die Gefahren für die Bevölkerung nicht unerheblich sind“.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Linkspartei im Bundestag, Tobias Pflüger, forderte eine sofortige „Einstellung von allen Tiefstflügen von Bundeswehr-Kampffliegern“. Der Unfall zeige, „wie leichtsinnig die Bundeswehrführung mit unser aller Leben umgeht“.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), lehnte ein Verbot von Übungsflügen dagegen ab: „Für die Besatzungen das Gefährlichste wäre es, nicht zu üben“, sagte Bartels dem Berliner „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). Das Problem seien „viel zu wenig Flugstunden – über alle Flugzeuggattungen hinweg“.

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm, forderte eine Überprüfung der Ausbildungsbedingungen bei der Luftwaffe in Rostock-Laage. Dort könnten die Piloten nicht die vorgeschriebenen 140 Flugstunden pro Jahr absolvieren, weil viele Eurofighter wegen fehlender Ersatzteile nicht einsatzbereit seien.

(AFP/dst)