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| 18:27 Uhr

Erinnerung mit Gedenkveranstaltungen
DDR-Volksaufstand jährt sich zum 65. Mal

17. Juni 1953: Demonstranten werfen mit Steinen nach russischen Panzern. Die Proteste wurden blutig niedergeschlagen. Am Sonntag wird an den Tag des Volksaufstandes, der sich zum 65. Mal jährt, erinnert.
17. Juni 1953: Demonstranten werfen mit Steinen nach russischen Panzern. Die Proteste wurden blutig niedergeschlagen. Am Sonntag wird an den Tag des Volksaufstandes, der sich zum 65. Mal jährt, erinnert. FOTO: dpa
Berlin. Hunderttausende gingen am 17. Juni 1953 in der DDR auf die Straße. Der Protest wurde niedergeschlagen.

Zur Erinnerung an die Opfer des DDR-Volksaufstandes vor 65 Jahren ist am Sonntag eine Gedenkveranstaltung der Bundesregierung und des Landes Berlin auf dem Friedhof Seestraße geplant. Am dortigen Mahnmal für die Opfer des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 sollen Blumen niedergelegt werden. Geplant sind auch Gespräche mit Zeitzeugen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der dabei sein wird, sagte vorab: „Die Männer und Frauen des Volksaufstandes haben mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit Zeichen gesetzt, die immer noch leuchten.“

Der 17. Juni bleibe ein wichtiger Tag in der deutschen und europäischen Geschichte der Freiheit. Was damals begann, sei 1989 mit dem Fall der Mauer vollendet worden. „Daher gedenken wir mit Respekt und Dankbarkeit der Männer und Frauen des 17. Juni und verneigen uns vor den Opfern.“

Vor 65 Jahren gingen in der DDR in rund 700 Orten Hunderttausende wegen der politisch und wirtschaftlich angespannten Lage auf die Straße. Panzer der Sowjetarmee schlugen den Protest blutig nieder. Viele Aufständische wurden verurteilt. Der Aufstand hatte laut Stasi-Unterlagen-Behörde sowohl die Stasi als auch die SED-Führung völlig überraschend getroffen.

Der Platz des Volksaufstandes von 1953, seit 2013 trägt er auch genau diesen Namen, vor dem heutigen Finanzministerium und früheren Haus der DDR-Ministerien, gilt als einer der Brennpunkte der Volkserhebung. In der Diskussion um einen zusätzlichen Feiertag für Berlin war zuletzt auch der 17. Juni genannt worden.

Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragte Birgit Neumann-Becker hatte betont, die Erinnerung gebe Opfern und Familien Anerkennung und korrigiere die SED-Propaganda von einem „faschistischen Putsch“. Die DDR habe die Wahrheit über die Toten, die durch den Aufstand umkamen, unterdrückt. Heute seien Straßen nach ihnen benannt. Der 17. Juni 1953 erinnere daran, dass bereits die Generation der Eltern der 1989er für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen seien.

Zum 65. Jahrestag des Volksaufstandes wird heute auch die neue Dauerausstellung „Einblick ins Geheime“ in der früheren Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg eröffnet. Neben großformatigen Fotos werden die Installation eines Aktenstapels, ein originaler Karteikarten-Paternoster und eine begehbare Akte zu sehen sein, die das Schicksal eines einst Verfolgten nachzeichnet.