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| 10:33 Uhr

Missbrauchsskandal
Polizei in Chile durchsucht Kirchengebäude

Im Zuge des Skandals um sexuellen Missbrauch in Chiles katholischer Kirche geht die Polizei nun mit einer Razzia in die Offensive. In einem Bistum wurden zahlreiche Dokumente beschlagnahmt.

Auch das Kirchengericht in der Hauptstadt Santiago de Chile sei durchsucht worden, teilten die Behörden am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Die Staatsanwaltschaft hatte die Razzien angeordnet, nachdem Vorwürfe gegen 14 Geistliche im Bistum Rancagua südlich von Santiago wegen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen aufgekommen waren.

Die katholische Kirche in dem südamerikanischen Land wird seit Längerem von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger heimgesucht. Als eine Konsequenz waren drei Bischöfe nach monatelangen Protesten seitens Missbrauchsopfern zurückgetreten, darunter der Bischof der Diözese von Osorno, Juan Barros. Er hatte im Mittelpunkt des Skandals gestanden und soll Sexualdelikte des verurteilten früheren Pfarrers und Priesterausbilders Fernando Karadima gedeckt haben.

Neben dem Rücktritt von Barros akzeptierte Papst Franziskus am Montag auch das Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von Puerto Montt, Cristián Caro und das des Bischofs von Valparaíso, Gonzalo Duarte.

Derzeit befinden sich zwei Papst-Gesandte in Chile, um sich mit Missbrauchsopfern zu treffen und die Fälle aufzuklären. Bei seiner Chile-Reise im Januar hatte Franziskus noch selbst einen Eklat ausgelöst, als er Barros in Schutz nahm. Später bat er um Verzeihung und räumte ein, die Lage falsch eingeschätzt zu haben.

(das/dpa)