ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:02 Uhr

100 Festnahmen
Bundesweite Razzia gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei gegen Organisierte Kriminalität vor. Es handele sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei, teilten mehrere Direktionen am Mittwochmorgen mit.
Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei gegen Organisierte Kriminalität vor. Es handele sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei, teilten mehrere Direktionen am Mittwochmorgen mit. FOTO: Axel Vogel / dpa
Berlin/Düsseldorf. Es soll die bisher größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme der Bundespolizei sein. Es geht um sexuelle Ausbeutung von Prostituierten, die aus Thailand nach Deutschland geschleust wurden.

Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei seit Mittwochmorgen in zwölf Bundesländern gegen Organisierte Kriminalität vor. Im Fokus stehen gefälschte Visa, Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution von Thailänderinnen, wie die Bundespolizei in Stuttgart sagte. Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main. Bundesweit sind weit mehr als 1500 Beamte im Einsatz. Mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume werden von Beamten durchsucht.

Die Bundespolizei hat mehr als 100 Personen vorläufig festgenommen. Sieben Haftbefehle wurden vollstreckt, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochvormittag in Siegen sagte. Hauptbeschuldigte ist nach Angaben der Bundespolizei eine 59 Jahre alte Frau aus Thailand, die in Siegen wohnt und dort verhaftet wurde. Allein in Siegen seien zwei Haftbefehle vollstreckt und acht Menschen vorläufig festgenommen worden. „Aber es werden noch mehr werden“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei an diesem Einsatzort am Mittwochmorgen.

Die Aktion gelte vor allem einer Bande im Rotlichtmilieu, deren Kern aus 15 bis 20 Personen deutscher und thailändischer Nationalität bestehen soll. Ihnen werde unter anderem Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung von Prostituierten vorgeworfen, sagte der Sprecher in Siegen. Die mutmaßlichen Täter sollen mehrere Hundert Frauen und Transsexuelle aus Thailand nach Deutschland eingeschleust haben, um sie zur Prostitution zu zwingen. Die mutmaßlichen Täter hätten nach bisherigen Ermittlungen einen siebenstelligen Betrag eingenommen. Durchsuchungen laufen demnach in Bordellen und Massagestudios.

Es handele sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei, betonten mehrere Direktionen am Mittwochmorgen via Twitter. Wie die RUNDSCHAU auf Nachfrage von der Bundespolizei erfuhr, habe es in Brandenburg und Berlin keine Einsätze gegeben. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main hat für Mittag ein Statement zu der bundesweiten Razzia gegen Organisierte Kriminalität angekündigt.

(dpa/fh)