| 02:32 Uhr

Brand im Saunaclub: Notausgang versperrt?

Berlin. Nach dem Brand in einem Berliner Saunaclub mit drei Toten ermittelt die Kriminalpolizei weiter zur Unglücksursache. Geprüft wird auch, warum einer der Notausgänge im Erdgeschoss des bei Schwulen beliebten Clubs in der Nähe des Kurfürstendamms verbarrikadiert war, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag sagte. Andreas Rabenstein

Es habe allerdings niemand versucht, durch diesen Notausgang zu flüchten. Die meisten Gäste hätten sich durch Rettungswege im Kellergeschoss ins Freie retten können.

In den verqualmten Räumen des Sex- und Saunaclubs waren am Sonntagabend drei Männer vermutlich an Rauchvergiftungen gestorben. Ein 48-Jähriger kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Unter den Toten sind laut Polizei ein 49-jähriger Italiener und ein 49-jähriger Spanier, die beide in Berlin wohnten. Die dritte Leiche ist noch nicht identifiziert.

Vorsätzliche Brandstiftung schließt die Polizei inzwischen aus. Ermittelt werde, ob das Feuer in dem verwinkelten Saunaclub fahrlässig verursacht wurde. Zuständig für die Vorgaben zum Brandschutz sei die Bauaufsicht des Bezirks. Die Polizei befragte Besucher des Clubs als Zeugen.

Laut Feuerwehr entstand der Schwelbrand in einer abgehängten Zwischendecke im Kellergeschoss auf einer Fläche von etwa 20 Quadratmetern. In zwei Kabinen brannte es. In Zeitungen wurde über missachtete Brandschutzbestimmungen und einen technischen Defekt spekuliert.