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| 11:45 Uhr

Baum als Dekoration
Birke bringt die Natur ins Haus

Birkenstämme als Raumteiler.
Birkenstämme als Raumteiler. FOTO: marimekko
Düsseldorf. Ob als Garderobe, Raumtrenner oder Teelichthalter: Der Frühlingsbaum Birke wird als Innen-Dekoration immer beliebter - nicht nur zum 1. Mai. Marlen Kess

Ob als Garderobe, Raumtrenner oder Teelichthalter: Der Frühlingsbaum Birke wird als Innen-Dekoration immer beliebter - nicht nur zum 1. Mai.

In vielen Häusern im Rheinland dürfte heute Morgen das Entzücken groß gewesen sein: In der Mainacht stellen junge Herren ihren auserwählten Damen gerne einen Maibaum vor die Tür. Traditionell ist dieser eine Birke, dekoriert mit Krepppapier und einem hölzernen Herzen. Ans Haus gebunden, kündet die Birke öffentlich von der im besten Fall gegenseitigen Zuneigung. Anderswo wird mit geschmückten Birken der Frühling begrüßt. Und auch in Innenräumen wird der Laubbaum immer beliebter - in Tischplatten oder Türflächen verarbeitet oder gleich als ganzer Stamm, der dann zum Beispiel als Garderobenständer oder Teelichthalter dient.

Laut der Düsseldorfer Innenarchitektin Ulla Blennemann ist das auch auf die interessante Maserung zurückzuführen. "Birke ist kein Allerweltsholz wie Kiefer oder Buche, sondern hat eine erlesene Optik", sagt Blennemann. Seit etwa fünf Jahren sei ein regelrechter Birken-Trend zu beobachten. "In den 60er und 70er Jahren gab es viele Schreinerarbeiten mit Birkenholz, das kommt jetzt als Retro-Chic wieder." Zudem sehe Birkenholz zwar hell und elegant aus, sei gleichzeitig aber relativ robust - und bewege sich preislich im mittleren Segment.

Das liegt daran, dass die Birke auch in heimischen Wäldern vorkommt. "Birken wachsen schnell, und es gibt sie praktisch überall", sagt der Sprecher vom NRW-Landesbetrieb Wald und Holz, Michael Blaschke. Nach einem Wirbelsturm oder einer Rodung seien Birken die ersten Bäume, die wieder wachsen, "eine Pionierbaumart". Der weite Flug der Samen trage ebenfalls zur Verbreitung bei. Ähnlich weit fliegen auch die Birkenpollen - sehr zum Leidwesen vieler Allergiker. Auf rund ein Prozent des Waldes schätzt der Biologe den heimischen Bestand: "Die Birke ist kein Flächenbaum, dazu werden Birken nicht forstwirtschaftlich angepflanzt und leben nicht so lange."

Auch beim Landesbetrieb werden die Bäume immer mehr nachgefragt. Im Rheinland etwa konnten vor dem 1. Mai ganze Birken bei den zuständigen Förstern erworben werden. Zwischen 15 und 25 Euro kostete ein Baum. "Die Birke grünt als einer der ersten heimischen Bäume und ist deshalb ein besonders passender Frühlingsgruß", sagt Blaschke. Auch bei Wald und Holz NRW seien Birken zudem als Dekoration beliebt. Zuletzt habe man auf der Landwirtschaftsmesse Grüne Woche in Berlin den eigenen Stand mit Birkenstämmen und -ästen geschmückt: "Die schlanken Stämme machen mit ihrer schwarz-weißen Rinde einfach etwas her."

Das sieht auch Leopold Buchenrieder so, trotz des anderen Baums im Namen Inhaber des Onlineversandhandels Birkendoc. Seit drei Jahren verkauft er zugeschnittene, aber unbehandelte Birkenstämme an Innenausstatter, Firmen und Privatleute. "Mit ihrem hellen, natürlichen Look sind Birken ein tolles Gegenstück zur heutigen von kaltem Glas und Beton geprägten Architektur", sagt der Unternehmer. Seine Birken stammen größtenteils aus Bayern. Besonders beliebt ist laut Buchenrieder die Garderobe. Dafür werden in die Astlöcher eines nach Maß geschnittenen Birkenstammes Holzstifte gesteckt, an denen dann Jacken und Mützen aufgehängt werden können. Ähnlich häufig würden die Stämme laut Kunden als Raumtrenner bestellt. Einen solchen hat auch Buchenrieder zu Hause. "Birken sehen einfach modern und elegant aus und schaffen gleichzeitig eine heimelige Atmosphäre."