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| 13:19 Uhr

Feine Sahne Fischfilet
Bauhaus Dessau verteidigt Konzertabsage

ARCHIV - 08.05.2018, Mecklenburg-Vorpommern, Demmin: Die vorpommersche Punkband "Feine Sahne Fischfilet" mit ihrem Frontmann Jan "Monchi" Gorkow tritt beim Friedensfest gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD auf. (zu dpa Nach Absage in Dessau: Feine Sahne Fischfilet nach Berlin eingeladen vom 22.10.2018) Foto: Bernd Wüstneck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 08.05.2018, Mecklenburg-Vorpommern, Demmin: Die vorpommersche Punkband "Feine Sahne Fischfilet" mit ihrem Frontmann Jan "Monchi" Gorkow tritt beim Friedensfest gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD auf. (zu dpa Nach Absage in Dessau: Feine Sahne Fischfilet nach Berlin eingeladen vom 22.10.2018) Foto: Bernd Wüstneck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Bernd Wüstneck
Berlin.   Die Direktorin des Dessauer Bauhauses, Claudia Perren, hat die Konzertabsage an die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet verteidigt. „Es war nie mein Anliegen, die Freiheit der Kunst einzuschränken“, sagte sie im Interview von „Zeit online“.

Sie habe sich aus zwei Gründen gegen den Auftritt der Band im Bauhaus entschieden: „Wir wollten Rechtsradikalen vor dem Bauhaus keine Plattform bieten. (...) Zweitens ist das Bauhausgebäude eine Unesco-Weltkulturerbestätte, die eines ganz besonderen Schutzes bedarf, auch rein physisch.“

Rechte Gruppierungen hatten im Internet zum Protest gegen das Konzert der Band aufgerufen. Die Absage trifft eine linke Musikgruppe, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagiert, und war auf heftige Kritik gestoßen.

Perren sagte, sie habe die Musik der Band gar nicht gekannt. Es sei ihr nur um die Vermeidung einer Eskalation und einer möglichen Beschädigung des Bauhauses gegangen. „Sie dürfen über unsere Bauhausbühne nicht mal mit kratzigen Schuhen gehen, da darf kein Nagel in die Wand, ohne dass wir das mit der Denkmalschutzbehörde abgesprochen haben“, erläuterte die Direktorin. Sie räumte zugleich Fehler in der Kommunikation ein.

Nach Perrens Angaben soll Feine Sahne Fischfilet nun am 6. November im Anhaltinischen Theater in Dessau auftreten. „Ich freue mich, dass sie einen anderen Ort gefunden haben.“

Kulturschaffende und Architekten protestieren unterdessen mit einem Offenen Brief gegen die Entscheidung der Stiftung Bauhaus Dessau, das Konzert abzusagen. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts und die Stiftung hätten „der Demokratie und dem kulturellen Leben in unserem Lande schweren Schaden zugefügt“, heißt es in dem im Internet veröffentlichten Schreiben. „Besorgniserregend ist, wie die Politik durch offenkundige Weisungen in eine kulturelle Einrichtung hineinregiert.“

Auf der Liste der ersten Unterstützer fanden sich am Mittwoch etwa 200 zum Teil bekannte Namen aus dem Museums-, Architektur- und Hochschulbereich, darunter die Künstlerinnen Hito Steyerl und Anne Imhof, der Gestalter Erik Spiekermann sowie  der Grafiker Klaus Staeck. Im Offenen Brief heißt es mit Blick auf die Historie des Bauhauses, das von den Nationalsozialisten geschlossen wurde, die jetzige Entscheidung der Stiftung sei „erschreckend geschichtsvergessen“.

(dpa)