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Naturkatastrophe
Bali fürchtet gewaltigen Vulkanausbruch

Eine riesige Rauchsäule steigt am Montagmorgen in Karangasem über dem Vulkan Mount Agung auf und zeugt von zunehmender Aktivität des Vulkans. Die Behörden haben für die indonesische Urlaubsinsel Bali inzwischen die höchste Alarmstufe ausrufen lassen.
Eine riesige Rauchsäule steigt am Montagmorgen in Karangasem über dem Vulkan Mount Agung auf und zeugt von zunehmender Aktivität des Vulkans. Die Behörden haben für die indonesische Urlaubsinsel Bali inzwischen die höchste Alarmstufe ausrufen lassen. FOTO: Donal Husni / dpa
Karangasem . Gunung Agung rumort derzeit enorm. Die meisten Urlauber, darunter auch viele Deutsche, sind zwar in Sicherheit, sitzen aber fest. dpa/rdh

Große Angst vor dem Vulkan: Auf der indonesischen Ferieninsel Bali wird ein gewaltiger Ausbruch des Mount Agung befürchtet. Nach einer Reihe von kleineren Eruptionen gilt seit Montag rund um den mehr als
3000 Meter hohen Berg Alarmstufe Rot. Die indonesischen Behörden forderten 100 000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Beim letzten großen Ausbruch des Gunung Agung – wie der Vulkan in der Landessprache heißt – hatte es mehr als 1000 Tote gegeben.

Wegen der kilometerhohen Rauchwolke über dem Berg ruht auch der internationale Flugverkehr. Mehrere Tausend Urlauber kommen von der Insel nicht weg. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands halten sich aktuell auch mehr als 5000 deutsche Touristen auf Bali auf. Das Auswärtige Amt empfahl allen Bali-Reisenden, sich mit Fluggesellschaften und Reisever-
anstaltern in Verbindung zu setzen.

Bereits seit Samstag speit der Vulkan Lava. Der Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, sagte: „Die gelegentlichen Explosionen, zusammen mit Flammen, deuten darauf hin, dass eine größere Explosion unmittelbar bevorsteht.“ Zudem gingen erste sogenannte Lahars ab. Dabei vermischen sich die oft meterhohen Ablagerungen mit Regenwasser und rasen als Schlamm- und Schuttstrom talwärts. Verletzt wurde nach bisherigen Berichten aber niemand.

Trotz aller Warnungen ließen sich auch immer wieder Leute beobachten, die ganz in der Nähe Selfies mit dem Vulkan als Hintergrund machten. Ein französischer Tourist sagte dem Lokalsender Metro TV: „Das ist eine Gelegenheit, die man nur einmal im Leben bekommt. Also habe ich die Chance genutzt.“

Die indonesischen Behörden hatten am Gunung Agung bereits im September die höchste Alarmstufe ausgerufen. Mehr als 130 000 Leute wurden damals in Sicherheit gebracht, ohne dass schließlich etwas passierte. Ob der Vulkan tatsächlich ausbrechen wird – und wenn ja, wann –, weiß auch nun niemand.

Die bislang größte Katastrophe am Gunung Agung liegt schon mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Die Eruption begann im Frühjahr 1963. Damals, nach 120 Jahren Ruhe, glaubten viele schon, der Vulkan sei erloschen. Der Ausbruch am 17. März 1963 war dann aber gewaltig. Mehr als 1100 Menschen wurden getötet. Mehrere Dörfer wurden von Asche und Lava begraben. Damals dauerte es viele Monate, bis sich der Vulkan wieder beruhigt hatte.