ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:44 Uhr

Hitze mit Folgen
Bakterien-Warnung an der Ostsee

Ganz schön was Los am Strand von Warnemünde.
Ganz schön was Los am Strand von Warnemünde. FOTO: dpa / Bernd Wüstneck
Hamburg. Während der Hitzewelle in Deutschland können sich Urlauber an den Küsten auf bis zu 22 Grad warmes Wasser freuen. Doch für die Ostseeküste gibt es inzwischen auch Warnungen.

Den Spitzenwert nennt der Deutsche Wetterdienst zum Beispiel für die Insel Fehmarn und Teile Usedoms. Auf Norderney kommt die Nordsee auf 20 Grad, die Ostsee auf Rügen erreicht 21 Grad.

Nahezu tropische Wassertemperaturen bietet das Mittelmeer: 26 Grad sind es in Rimini, bis zu 27 Grad auf Mallorca und in Tunesien und 29 Grad in Antalya an der türkischen Küste.

Unappetitlich aber ungefährlich. Am Strand von Lubmin (Vorpommern) haben sich Grünalgen sprunghaft vermehrt.
Unappetitlich aber ungefährlich. Am Strand von Lubmin (Vorpommern) haben sich Grünalgen sprunghaft vermehrt. FOTO: dpa / Stefan Sauer

Warnung für angeschlagene Menschen

Im relativ warmen Wasser der Ostsee fühlen sich inzwischen aber nicht nur die vielen Urlauber pudelwohl. Mancherorts haben sich unschöne Grünalgenteppiche gebildet. Die Algen trüben zwar das Wasser, sind aber gesundheitlich unbedenklich.

Das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium warnt unterdessen gesundheitlich angeschlagene Menschen vor einem Bad in der Ostsee. Hintergrund sind Bakterien mit der Sammelbezeichnung Vibrionen. Mit steigenden Wassertemperaturen können diese sich nach Angaben einer Ministeriumssprecherin stärker vermehren und über offene Wunden in den Körper eindringen. Das können demnach sogar Mückenstiche sein.

Wundinfektionen nicht ausgeschlossen

Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Diabetes oder HIV-Erkrankungen kann das Bakterium schwere Wundinfektionen verursachen. Es wird bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad Celsius aktiviert. "Vibrio vulnificus" kommt natürlicherweise in Meer- und Brackwasser vor. Es bevorzugt nicht zu salzhaltige Gewässer wie die Ostsee.

Kein allgemeines Badeverbot

Ein allgemeines Badeverbot sei nicht angezeigt, da es sich nicht um eine allgemeine Gefährdung handelt, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Zuvor hatte bereits das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock vor einem Bad in der Ostsee gewarnt. Am Wochenende sei ein 70-Jähriger Mecklenburg-Vorpommern mit chronischen Vorerkrankungen wegen einer Infektion gestorben.

(dpa/si)