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Hund beißt Baby in Kopf
Obduktion soll Hinweise auf tödliche Bissattacke geben

Bad König. Die tödliche Bissattacke des Familienhundes in Bad König wirft noch viele Fragen auf. Eine Obduktion des toten Säuglings soll nun helfen zu klären, warum der kleine Jannis sterben musste.

Mit den Ergebnissen der Obduktion wird allerdings erst am späten Mittwoch gerechnet, wie die Staatsanwaltschaft in Darmstadt ankündigte. Die Ermittler werten unterdessen weiter die Spuren aus der Wohnung der Familie in der Kurstadt aus.

"Kowu", ein fünf Jahre alter Rüde, habe vermutlich im Wohnzimmer in den Kopf des Säuglings gebissen, sagte Oberstaatsanwalt Robert Hartmann am Mittwoch. Sicher sei das aber noch nicht. Die sichergestellten Spuren müssten noch ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. Sie hält aber auch einen tragischen Unfall für möglich.

Hund war bei Stadt nicht als Kampfhund registriert

Die Eltern des sieben Monate alten Jungen waren zunächst nicht vernehmungsfähig und machten später von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. Sie hält aber auch einen tragischen Unfall für möglich.

Ob der Mischling ein Kampfhund und aggressiv ist, wird voraussichtlich erst in einigen Wochen feststehen. Die Polizei hat den Hund in Obhut genommen. Geplant ist ein Wesenstest von geschulten Fachleuten.

Im Tierheim soll sich der Hund nach der Tat hochaggressiv verhalten haben, hatte eine Polizeisprecherin gesagt. Nach einem ersten Eindruck der Polizei könnte der Hund ein Staffordshire-Mix sein. Zur Liste der gefährlichen Hunde gehört auch der Staffordshire-Terrier. Als Kampfhund registriert war er bei der Stadt nicht. Ob er schon einmal aufgefallen ist, steht noch nicht fest.

In Hannover hatte Kampfhund Mutter und Sohn totgebissen

Der Mischlingshund müsse mindestens "eine Woche lang runterkommen", bevor mit den Tests zu seinem Rassen-Mix und seinem Wesen begonnen werden könne, sagte Hartmann. Mit Ergebnissen sei daher erst in einigen Wochen zu rechnen.

Der kleine Jannis war am Montagabend an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der Hund hatte ihm am Nachmittag in der Wohnung in den Kopf gebissen. Der 23-jährige Vater soll sofort die Rettungskräfte verständigt haben. Zunächst sei der Zustand des Säuglings auch noch stabil gewesen, doch dann erlag er seinen schweren Verletzungen.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Staffordshire-Terrier-Mischling Chico in Hannover einen 27-jährigen Mann und dessen 52-jährige Mutter totgebissen. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Der Kampfhund befindet sich derzeit in einem Tierheim und sollte eigentlich eingeschläfert werden. Tierschützer haben das jedoch mit einer Petition verhindert.

(das/dpa)