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| 02:38 Uhr

Außenminister auf ewig?

FOTO: dpa
Zur Person. Es liegt noch gar nicht so lange zurück, dass Frank-Walter Steinmeier Geburtstag feierte. Im Spätsommer war es genau fünf Jahre her, dass er seiner Frau Elke Büdenbender eine Niere gespendet hatte. dpa/sm

Darum zählt im Hause Büdenbender-Steinmeier, wozu auch eine erwachsene Tochter gehört, der 24. August zu den Geburtstagen dazu.

Jetzt allerdings ist Deutschlands Außenminister allein an der Reihe. Heute wird der SPD-Mann 60 Jahre alt. Steinmeier tut sich damit schwerer als mit bisherigen Geburtstagen. Dabei steht der Außenminister ziemlich ordentlich da.

Wenn nach Deutschlands beliebtesten Politikern gefragt wird, belegt der Westfale mit dem weißen Haar regelmäßig Platz eins oder zwei. Daran, dass Deutschland in der Weltpolitik wichtiger geworden ist, hat Steinmeier einigen Anteil. Damit, dass Angela Merkel zu Hause wie im Ausland stets häufiger gewürdigt wird, hat er zu leben gelernt. Wie mit der Tatsache, dass er 2009 als Kanzlerkandidat gegen sie nur 23 Prozent holte.

Gefühlt ist Steinmeier fast schon so lange Außenminister wie Merkel Kanzlerin. Dass er zwischendurch an der Spitze der SPD-Bundestagsfraktion stand, haben viele vergessen. Mit bald sechs Jahren ist Steinmeier nun länger im Auswärtigen Amt als Willy Brandt und Walter Scheel. In den nächsten Monaten kann er Klaus Kinkel und Joschka Fischer überholen. Dann liegt nur noch Hans-Dietrich Genscher vor ihm.

Außenminister also auf ewig? Natürlich nicht, trotz allem. In Berlin gehört es schon länger zu den Personalspekulationen der beliebteren Art, sich Steinmeier auch auf anderen Posten vorzustellen. Zum Beispiel als Staatsoberhaupt, falls Joachim Gauck auf eine zweite Amtszeit verzichten sollte.

Oder die andere Variante: Falls Sigmar Gabriel - aus welchen Gründen auch immer - auf die SPD-Kanzlerkandidatur verzichtet, doch noch ein zweiter Versuch? In allen Umfragen schlägt der Außenminister seinen Parteichef um Längen. Zu bedeuten haben die Beliebtheitswerte allerdings nicht unbedingt viel. Steinmeier hat das 2009 schmerzhaft gelernt. Lust auf eine Wiederholung hat er nicht.

Die wahrscheinlichste Variante im Moment ist deshalb eher, dass Frank-Walter Steinmeier bleibt, was er ist.