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Anzeige gegen Zoo Dresden wegen tödlich endender Leopardenzucht

Nachwuchs wie dieser junge Schneeleopard wurde im Zoo Dresden getötet.
Nachwuchs wie dieser junge Schneeleopard wurde im Zoo Dresden getötet. FOTO: dpa
Dresden. Die Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland, die sich vehement für ein schnelles Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, hat am Dienstag beim Veterinäramt Dresden Anzeige gegen den Zoo Dresden erstattet. pm/mf

Nachdem dort vor etwa einer Woche der Nachwuchs eines Schneeleopardenpaares wegen der unheilbaren Augenkrankheit MOC töten musste, erhebt die Organisation in ihrer Anzeige nun schwere Vorwürfe gegen die Zoo-Verantwortlichen. Der Hauptvorwurf ist, so informiert der 1. Vorsitzende Frank Albrecht, dass es aus genetischer Sicht mit dem Leopardenpaar Aski und Istari keine Zucht hätte geben dürfen. Zum einen finden sich im Stammbaum von Leopardenmutter Istari gleich zwei Vorfahren, die an der MOC-Krankheit erkrankt waren. Diese Tatsache widerspreche der Aussage des zoologischen Leiters, Wolfgang Ludwig, der am 26. Juli gegenüber der Sächsischen Zeitung gesagt habe, dass die Vorfahren des Leopardenpaares "gesund waren". Des Weiteren seien die Stammbäume der Eltern von Inzest- und Inzuchtverpaarungen übersät. Auch dies hätte, so die Tierrechtler, als deutlicher Warnhinweis auf Risiko genügen müssen. Als Beweis dafür, dass an MOC erkrankte Vorfahren ihre Krankheit nicht nur an ihre eigenen Nachkommen, sondern auch an die nächsten Generationen weitergeben können, zeigen die von EndZOO dem Veterinäramt vorgelegten Stammbäume von Krankheitsfällen des Leipziger (2012) und Salzburger Zoos (2011). In allen drei Fällen taucht der an MOC erkrankte Schneeleopard Viktor in den Stammbäumen auf. Anhand der Anzeige soll das Dresdner Veterinäramt jetzt prüfen, ob mit dieser Zucht ein fahrlässiger oder sogar vorsätzlicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Außerdem fordert EndZOO ein lebenslanges Zuchtverbot für die Leoparden Aski und Istari. "Auch wenn noch immer nicht geklärt ist, welche tatsächlichen Ursachen für diese Krankheit in Frage kommen, ist es grob fahrlässig, dass die Dresdner Zoo-Gefangenschaft die Augenkrankheit MOC als Erbkrankheit offensichtlich ausschloss. Jeder Tierhalter habe die gesetzliche Pflicht, vermeidbare Risiken auszuschließen und dem Tierschutzgesetz somit Rechnung zu tragen", sagt Frank Albrecht. Die Stammbäume der Dresdner, Leipziger und Salzburger Schneeleopardeneltern stehen auf der Internetseite des Vereins: www.endzoo.at/wp/