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| 19:13 Uhr

A10 bei Niederlehme betroffen
Hitze hat Autobahnen aufplatzen lassen

Die Fahrbahn der A10 zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau war Mitte vergangener Woche aufgrund der großen Hitze großflächig aufgeplatzt (“Blow-up“). Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg arbeitet derzeit an der Beseitigung der Schäden.
Die Fahrbahn der A10 zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau war Mitte vergangener Woche aufgrund der großen Hitze großflächig aufgeplatzt (“Blow-up“). Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg arbeitet derzeit an der Beseitigung der Schäden. FOTO: dpa / Julian Stähle
Berlin/Deutschland. Vor dem Regen kam die Hitze. Und die Hitzewelle der vergangenen Tage mit teilweise mehr als 30 Grad hat bei einer Reihe von Straßen in Deutschland massive Schäden an der Betondecke hinterlassen. Auch Brandenburg ist betroffen.

Betroffen war unter anderem die Autobahn 1 zwischen Bad Oldesloe und dem Autobahnkreuz Bargteheide. Dort mussten alle drei Spuren sowie der Standstreifen saniert werden. Pro Tag rollen im Schnitt 70 000 Fahrzeuge über diesen Abschnitt.

Auch auf der A10 bei Berlin war Mitte der Woche die Fahrbahn aufgrund der großen Hitze aufgeplatzt - genannt wird dieses Phänomen Blow-up.

Zwei von drei Fahrspuren in Richtung Dreieck Spreeau mussten daraufhin gesperrt werden. Es bildeten sich viele Staus, da eine Umleitung laut Caroline Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg, praktisch keinen Sinn ergeben hätte.

Die Fahrbahn der A10 zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau war Mitte vergangener Woche aufgrund der großen Hitze großflächig aufgeplatzt (“Blow-up“). Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg arbeitet derzeit an der Beseitigung der Schäden.
Die Fahrbahn der A10 zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau war Mitte vergangener Woche aufgrund der großen Hitze großflächig aufgeplatzt (“Blow-up“). Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg arbeitet derzeit an der Beseitigung der Schäden. FOTO: dpa / Julian Stähle

Zwar konnten am Freitag auf der A10 zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau zwei von drei Fahrspuren wieder freigegeben werden, wie Cornelia Mitschka, sagte. Allerdings müsse nun noch die dritte Spur samt Standstreifen ausgebessert werden. Dies sei für kommende Woche geplant. Voraussichtlich ab Donnerstag herrscht dann wieder freie Fahrt an der Stelle.

Die Autofahrer müssten also noch einige Tage mit Einschränkungen rechnen.

Auch A9 nimmt wieder Schaden

Nach einem Hitzeschaden auf der Autobahn 9 in Sachsen-Anhalt fuhren Autobahnmeisterei und Polizei am Freitag rund um die Uhr Streife auf dem betroffenen Abschnitt zwischen Weißenfels und Naumburg. So sollten mögliche weitere Schäden an der Fahrbahn schnellstmöglich entdeckt werden, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Der etwa 25 Kilometer lange Abschnitt der A9 gilt als besonders gefährdet. Grund sind Schäden durch sogenannten Betonkrebs, bei dem Kieselsäuren den Kalk im Gemisch zersetzen. Zuletzt war ein Blow-up auf einem Abschnitt in Richtung München entdeckt worden. Zwei der drei Spuren wurden für die Reparatur gesperrt.

Blow-ups entstehen auf Beton. Können sich etwa nebeneinander liegende Betonplatten bei Hitze nicht ausreichend ausdehnen, schieben sie sich zuweilen übereinander. Dadurch kann die Fahrbahn gesprengt werden.

In der Vergangenheit verhängten die Behörden bei hohen Temperaturen von mehr als 30 Grad auf Autobahnen auch schon Tempolimits von 80 Kilometern in der Stunde, um die Fahrbahnen nicht noch stärker zu beanspruchen.

ADAC empfiehlt Entspannungsschnitte

Der ADAC rät dem Bund zu einer langfristigen Strategie und Investitionen. Gefährdet seien die Betonfahrbahnen besonders, wenn sie bereits beschädigt seien. „Als kurzfristige Maßnahme hat man begonnen, auf den gefährdeten Abschnitten sogenannte Entspannungsschnitte anzulegen, die durch Asphalt ersetzt werden“, sagte ein ADAC-Sprecher. „Diese Maßnahme ersetzt allerdings keine grundhafte Sanierung, die bei den meisten der betroffenen Autobahnen ansteht.“

Der ADAC rät Fahrern, auf gefährdeten Strecken langsamer zu fahren und mehr Abstand zum Vordermann zu halten. Biker sollten betroffene Strecken meiden, für sie sei das Phänomen besonders gefährlich.

Probleme gibt es in Sachsen zwar nicht mit Betondecken, aber mit Asphalt: Sogenannte Anschiebungen sind vor allem bei Motorradfahrern gefürchtet. Das sind kleinere Huckel etwa vor Brücken. „Die haben wir eigentlich erst am Ende der Sommerferien“, sagt eine Sprecherin des Landesamts für Straßenbau und Verkehr. Dieses Jahr seien sie aufgrund der sommerlichen Temperaturen jetzt schon da. In Sachsen sind etwa die Hälfte der Straßen aus Beton, die andere Hälfte aus Asphalt.

(dpa/lsc)