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| 13:22 Uhr

Hilfe erst nach 24 Stunden
61-Jähriger will Welpen retten und landet in Klärgrube

Ein Einsatz der Feuerwehr (Symbolbild).
Ein Einsatz der Feuerwehr (Symbolbild). FOTO: Bastian Königs
Schwerin. Eigentlich wollte ein 61-jähriger Mann nur seinen Welpen aus der Klärgrube holen. Dabei landetet er aber selber in dem mit Keimen verseuchten Wasser. Erst nach 24 Stunden wurde er gerettet. Knapp entging er einer Beinamputation.

Eigentlich wollte ein 61-jähriger Mann nur seinen Welpen aus der Klärgrube holen. Dabei landetet er aber selber in dem mit Keimen verseuchten Wasser. Erst nach 24 Stunden wurde er gerettet. Knapp entging er einer Beinamputation.

Weil er einen Welpen retten wollte, hat ein Mann aus der Nähe von Parchim in Mecklenburg-Vorpommern 24 Stunden in einer Klärgrube verbringen müssen. Erst dann hörten Nachbarn seine Hilferufe und alarmierten Polizei und Feuerwehr, wie Waldemar Reinke am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Schwerverletzt kam er ins Krankenhaus.

Sein neugieriger acht Wochen alter Hund Antonella war am Freitag nach Ostern am späten Nachmittag im Garten in den offenen Stutzen der Klärgrube gefallen, wie Reinke aus dem Dorf Wozinkel der AFP sagte. Die "Schweriner Volkszeitung" hatte zuerst über den Vorfall berichtet.

Reinke verlor das Gleichgewicht und fiel

Der 61 Jahre alte Veterinäringenieur hängte sich kopfüber in die Grube, um den zappelnden Mischling aus englischer Bulldogge und Bullmastiff herauszuholen. Reinke verlor das Gleichgewicht und stürzte hinterher ins knietiefe modrige Wasser.

Nachdem er den Welpen und seine nasse Kleidung hinausgeworfen hatte, um leichter zu sein, versuchte Reinke sich selbst an den Armen aus der Grube zu ziehen. Doch die rutschigen Innenwände der zwei Meter tiefen Grube boten seinen Füßen keinen Halt, um sich abzustützen. "Meine Hilferufe wurden vom Wind verweht", vermutet Reinke.

Nachts zählte er Sternschnuppen

Er lebt allein und niemand vermisste ihn. "Nachts zählte ich Sternschnuppen und Satelliten über mir." Am folgenden Nachmittag "war mir klar, dass ich eine weitere Nacht in der Grube nicht überleben würde", sagte Reinke. Da er Optimist ist, verzweifelte er nicht. Als der Wind endlich nachließ, hörten ihn seine Nachbarn, die 200 Meter entfernt im Garten saßen.

Polizei und Feuerwehr holten Reinke aus der Grube. Weil er so lange im keimhaltigen Wasser gestanden hatte, bestand das Risiko, dass die Ärzte im Krankenhaus ihm die Unterschenkel hätten amputieren müssen. Doch Reinkes Beine heilten schneller als erwartet. Inzwischen kann er dem Grubenunglück auch eine positive Seite abgewinnen: "Ich werde bewusster leben als vorher."

(eler)