Der frühere Vorstandschef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Wilhelm Bender, soll nach Informationen von „Bild.de“ neuer Chef des Berliner Großflughafens werden. Der Manager sei von 1993 bis 2009 Chef des Frankfurter Flughafens gewesen und kenne sich mit Großprojekten aus, schreibt „Bild.de“. Der Aufsichtsrat habe ihm ein entsprechende Angebot unterbreitet. Er soll Nachfolger des bisherigen Flughafenchef Rainer Schwarz werden, der wegen des Desasters um schwere Baumängel Mitte Januar entlassen worden war. Ein Sprecher des Berliner Flughafens sagte am Mittwochabend der dpa: "Dazu äußern wir uns nicht." Nach „Bild“-Informationen hat sich Bender bis zum Wochenende Bedenkzeit erbeten. Er ist derzeit Aufsichtsratschef beim Fußball-Erstligisten Eintracht Frankfurt und Vorsitzender des Europa-Aufsichtsrats von Bombardier.

Obwohl es noch keinen Eröffnungstermin gibt, holen inzwischen die Verantwortlichen wieder die Ausbaupläne aus der Schublade. Bei der Bestandsaufnahme gehe es auch um eine eventuelle Ausweitung der Startkapazität, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. "Es war immer geplant, zeitnah die nächsten Schritte voranzutreiben", hob der Berliner Senatssprecher Richard Meng am Mittwoch hervor. Denn wenn die Passagierzahlen in Berlin weiter steigen wie zuletzt, wird es eng am neuen Flughafen. 2012 flog von den alten Flughäfen Tegel und Schönefeld die Rekordzahl von 25 Millionen Passagieren. Der BER ist zunächst für die Abfertigung von 27 Millionen Passagieren pro Jahr geplant, Ausbaustufen bis 45 Millionen sind aber schon genehmigt.

"Wenn man die derzeitige Passagierentwicklung am Standort Berlin zugrunde legt, wird der BER von Anfang an stark ausgelastet sein", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der "Berliner Morgenpost". Er forderte, die alte nördliche Start- und Landebahn vor der Inbetriebnahme zu sanieren. Nicht bestätigen wollte Ramsauers Ministerium aber, dass der Neubau des zweiten Terminals schon vor der Flughafeneröffnung beginnen solle und dass dieser 500 Millionen Euro kosten werde. Der Flughafen hatte stets betont, direkt nach der damals noch für 2012 geplanten Inbetriebnahme mit der Erweiterungsplanung beginnen zu wollen. Dabei sollte zunächst im Abfertigungsgebäude selbst Platz für weitere drei Millionen Passagiere geschaffen werden. Anschließend sollten bis zu zwei Satellitenterminals auf dem Vorfeld entstehen, damit insgesamt bis zu 45 Millionen abgefertigt werden können.

Die weitere Kostenentwicklung lässt sich nach Darstellung des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) noch nicht abschätzen. Zunächst müsse eine Verkehrsprognose für die nächsten Jahre abgewartet werden, sagte Platzeck.