Beide Gruppen hatten sich Ende Februar unter ägyptischer Vermittlung darauf verständigt, erstmals seit dem Bruch vom Juni 2007 wieder direkt miteinander zu reden und ausstehende Probleme zu lösen. Die Fatah von Abbas kontrolliert das Westjordanland mit seinen rund 2,4 Millionen Einwohnern. Die radikale Hamas herrscht nach einem blutigen Putsch gegen die Fatah seit Mitte Juni 2007 im Gazastreifen, wo rund 1,5 Millionen Palästinenser leben. Ohne Überwindung der politischen Spaltung wird es nach dem Willen der internationalen Gemeinschaft keinen unabhängigen Palästinenserstaat geben. Darüber hinaus soll eine Einheitsregierung die Bemühungen um den Wiederaufbau des Gazastreifens erleichtern. Für die erste Verhandlungsrunde haben die Palästinenser fünf Komitees gebildet. Die Unterhändler sollen über Detailfragen der Zusammenführung von Hamas und Fatah beraten sowie Parlaments- und Präsidentenwahlen, eine Übergangsregierung, die Neuformierung der palästinensischen Sicherheitskräfte und die Eingliederung der Hamas in die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO von Abbas vorbereiten. Bereits vor Beginn der Gespräche flammte Streit über die künftige Einheitsregierung auf. Die Hamas forderte die US-Regierung auf, sich nicht in die Verhandlungen der Palästinenser einzumischen. Auslöser waren Zeitungsberichte, wonach die USA verlangen, dass der am Wochenende zurückgetretene pro-westliche Ministerpräsident Salam Fajad auch einer neuen Regierung vorsteht. "Die Bedingungen der USA legen Steine in den Weg der innerpalästinensischen Versöhnung und erhöhen den Druck auf die Konferenz", sagte Hamas-Sprecher Ismail Radwan. Die Hamas reklamiert nach Informationen der überregionalen arabischen Tageszeitung "Al-Hayat" künftig zehn von 25 Kabinettsposten für sich selbst. Die Fatah von Abbas soll acht bekommen. Die restlichen sieben seien für unabhängige Politiker sowie Mitglieder anderer Palästinensergruppen vorgesehen. Hamas beanspruche außerdem das Recht auf Auswahl eines Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. Palästinenserpräsident Abbas lehnt dies den Angaben zufolge ab. Er befürworte eine Regierung von Technokraten, in der nicht Mitglieder von Hamas oder Fatah die meisten Ämter besetzen, sondern unabhängige Fachleute. dpa/roe