Ministerpräsident Ahmed Kurei beriet gestern mit dem Nationalen Sicherheitsrat über einen Sicherheitsplan. Am Abend war eine Sitzung von Arafats Fatah-Bewegung unter der Führung von Ex-Regierungschef Mahmud Abbas geplant. Später wollten Kureia und Abbas mit Führern verschiedener Palästinensergruppen beraten. Bereits am Samstag hatte Kurei die Führer von 13 Palästinenserorganisation bei einem Treffen zum Gewaltverzicht aufgefordert.

Chaos vermeiden
Der Nationale Sicherheitsrat verständigte sich nach Angaben von Chefunterhändler Sajeb Erakat auf einen Sicherheitsplan für die Palästinensergebiete. Ziel sei es, "Recht und Ordnung" herzustellen und "eine chaotische und rechtlose Situation" zu vermeiden. Einzelheiten des Plans nannte Erakat nicht. Die israelische und die palästinensische Führung befürchten für den Fall von Arafats Tod Chaos und blutige Unruhen im Westjordanland und dem Gazastreifen. Vor allem im Gazastreifen hatte es in den vergangenen Monaten bereits Zusammenstöße zwischen bewaffneten Extremisten und Sicherheitskräften gegeben.
Arafats Ehefrau Suha schaltete sich derweil in die Bemühungen um die Suche nach einem Nachfolger für ihren Mann ein. Sie gab dem früheren palästinensischen Sicherheitschef im Gazastreifen Mohammed Dahlan eine Botschaft an die Palästinenserführung mit, die dieser bis heute übergeben sollte. Nach Angaben der palästinensischen Delegation in Paris enthielt der Brief Ausführungen zur "Entwicklung von Arafats Gesundheitszustand" und den "Konsequenzen seiner Abwesenheit auf die politische Situation" in den Palästinensergebieten.
Arafats Gesundheitszustand war gestern nach Angaben des leitenden französischen Militärarztes Christian Estripeau "unverändert". Mehrere Palästinenservertreter hatten am Samstag den Eindruck zu erwecken versucht, Arafat gehe es wieder besser. Ein Vertrauter des Palästinenserpräsidenten sagte, der 75-Jährige sei aus dem Koma erwacht.
Am Donnerstag hatte ein behandelnder Mediziner gesagt, die Ärzte hätten Arafats Hirntod festgestellt. Offiziell für tot erklärt wurde er jedoch nicht.

Einreise erleichtern
Israel erklärte sich bereit, bei einer möglichen Beerdigung von Arafat im Gazastreifen die Einreise dorthin zu erleichtern. Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte gestern, die Armee werde im Falle der Beerdigung die Sicherheitskontrollen für über Ägypten anreisende ausländische Trauergäste auf ein Minimum reduzieren, wie aus israelischen Regierungskreisen verlautete. (AFP/maf)