Der Hochschulpakt ist die erste derartige gemeinsame Erklärung. Sie wurde während eines Festakts in der Potsdamer Staatskanzlei von Platzeck und dem Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz, Wolfgang Loschelder, unterzeichnet. Die Hochschulen sollten künftig noch enger mit den Technologie- und Gründerzentren und den Kammern zusammenarbeiten, unterstrich Platzeck. Regionale Netzwerke für Innovation und Qualifikation seien ein bedeutender Beitrag im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.
Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Hochschulen künftig auch bei der Verhängung von Haushaltssperren weiterhin Stellen besetzen und damit Professoren berufen können. Außerdem dürfen die Einrichtungen am Jahresende Restmittel in ihren Haushalten vollständig in das neue Jahr übertragen. Darüber hinaus will sich die Landesregierung für die Weiterführung der gemeinsamen Bund-Länder-Finanzierung im Hochschulbau und der Forschungsförderung einsetzen.
Die Vereinbarung bringe den Hochschulen neue Spielräume und mehr Freiheiten, betonte Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU). Trotz der schwierigen Haushaltslage seien die Hochschulausgaben gestiegen. Bis zum Jahr 2007 entstünden 3500 neue Studienplätze. Mit dem neuen Hochschulgesetz, dessen Verabschiedung Anfang März im Landtag vorgesehen ist, würden durch eine leistungsorientierte Finanzierung völlig neue Wege beschritten.
Die Vereinbarung zeige einmal mehr, dass die Landesregierung bis auf gut gemeinte Absichtserklärungen nichts Neues zu bieten habe, kritisierte dagegen der wissenschaftspolitische Sprecher der PDS-Landtagsfraktion, Andreas Trunschke. Die angekündigte Erweiterung der Studienplätze sei eine bereits vor Jahren festgelegte Zahl. Sie halte mit der rasanten Zunahme der Studenten bei fortschreitender Verschlechterung der Lernbedingungen nicht Schritt. Vielmehr sei notwendig, allmählich die Etats der Hochschulen zu erhöhen.
Der Pakt löse keines der gegenwärtigen Probleme, sagte auch der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Joachim Gessinger. Die seit Jahren andauernde Unterfinanzierung der Hochschulen werde dadurch nicht behoben. Brandenburg bleibe bei den Hochschulausgaben weiterhin Schlusslicht unter den Bundesländern.

Stimme Flexiblere Etats
 Als einen ersten Schritt in die richtige Richtung hat die Kanzlerin der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, Ulrike Gutheil , den Hochschul-Pakt mit dem Land bezeichnet. Mit der größeren Eigenverantwortung bei der Mittelverwendung durch die Studieneinrichtungen im Land sei auf Herausforderungen der Globalisierung reagiert worden. "Natürlich muss weiterhin vertrauensvoll über die künftige finanzielle Ausstattung der Hochschulen beraten werden", betonte Gutheil gestern gegenüber der RUNDSCHAU. Dass jedoch mit der Lockerung in der Stellenplanung mehr Sicherheit bei der Berufung von Professoren einziehe, müsse begrüßt werden. Gleiches gelte für die Zusicherung des Landes, dass nicht verwendete Mittel mit in den Etat des nächsten Jahres genommen werden könnten. "Das macht uns flexibler."